Full text: Volume (Bd. 5 (1844))

Heber brrthum/ Betrug und Zwang. 207
nichtig. Man unterscheidet dann auch nicht die stricti juris
und bonae fidei negotia, nicht die Verträge und letztwilligen
Anordnungen.
I. 9. f>r. D. 28. 5.
quotiens volens alium heredem scribere alium scrip-
serit in corpore hominis errans.
Es treten hier die schon oben aufgeführten Grundsätze bei
der Schenkung ei», und die Stelle ist so auszulegen, daß,
wenn Jemand seiner Mutter Bruder als Onkel einsetzen wollte,
aber aus Jrrthum den Namen seines Vaters Bruder schreibt,
die Einsetzung nichts gilt. Der Jrrthum wirkt also auch hier
absolute vernichtend. -
Wenn sich bei einem Vertrage Jemand also auf einen
wesentlichen Jrrthum beruft, und diesen beweist, so ist das
Geschäft gar nicht geschlossen. Aber wenn der andre Thekls
der sich nicht geirrt hat, auf den wesentlichen Jrrthum seines
Mücontrahenten sich beruft, da ist erst noch zu untersuchen , ob
der Nichtirrende nicht einen Betrug beging, oder, was eben
dasselbe ist, wohl wissend den Vertrag abschloß, wo er ex
dolo den Vertrag halten muß, wenn der andre Theil es will.'),
Lediglich aus diesem Grunde haben die Neueren die Einthei-
lung in den zweiseitigen und einseitigen Jrrthum gemacht, weil
in unsrem Falle nur der zweiseitige Jrrthum als vernichtend
angesehen wird, nicht aber der einseitige, indem hier nicht-der
Begriff des Jrrthums waltet, sondern des Betrugs: allein
diese Unterscheidung hat dann vorzüglich Bedeutung, wo man
auf den Jrrthum in den Beweggründen sieht, was im römi<
schen Recht bei den Verträgen nicht vorkömmt. Anders im
französischen Rechte.

§. 2.
8. Vom Betrug und Zwang.
Hm Zwang liegt natürlich auch ein Betrug.
Daß die durch Zwang und Betrug geschehene Läsion gut
gemacht werden solle, ist eine natürliche Idee, soweit überhaupt
der Begriff von Zwang und Betrug surtstlsch wirksam ist. Es

15 *

8)11. 57. D. 18. 1.

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