Full text: Abhandlungen civilistischen und criminalistischen Inhalts (Bd. 5 (1844))

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c-) bei Männern muß die Strafe immer Manches aus
dem verständlichen Standpunkte der Reaktion in sich tragen,
und unser Hauptfehler war bishieher der, daß wir die Weiber
und jugendlichen Verbrecher wie Männer behandelt haben. Viel«
leicht läßt sich aber bei Männern recht bald eine Absonderung
der Schlimmeren und Besseren finden und vornehmen. In
Holland, Genf, England, Nordamerika ist Vieles geschehen,
freilich oft nach einseitigen Ansichten: in Deutschland ist man
am meisten zurückgeblieben, obgleich unsre bessere Literatur uns
auf fremde Bestrebungen aufmerksam gemacht hat.
Wollten wir statt der immer auf einen eingcwohnten wis-
senschaftlichen Zweck Hingerichteten theoretischen Straf-Ge-
setzbücher einmal unsre Intention praktischer fassen; vorerst gute
Strafanstalten in der angegebenen Weise errichten, bald würde
sich in Hinsicht auf diese Anstalten selbst die Zeit der Bestra-
fung für die einzelnen Verbrechen, welche ja ohnedies feststehen,
unvermerkt und schon durch Gerichtsgebrauch bilden, und das
Bedürfniß der Welt erreicht sepn.
Das Christenthum hat die physische Gewalt über Skla-
ven vernichtet, die Weiber emancipirt, und daö weibliche Ge-
Müth verständigt: möge es nun auch helfen für alle Menschen
durch Unterdrückung ihrer verbrecherischen Triebe, und durch
den Weg wahrer Besserung der Verbrecher in Anstalten, die
jetzt der Staat zu leiten hat, weil die Kirche nur lehrt und

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