Full text: Volume (Bd. 5 (1844))

14. Die neue Vorstellung, daß bei der Hypothek das verpfändete Gut selbst verschuldet seyn soll, ist nach römischem Rechte unmöglich

IV,

Die tteire Vorstellung, daß bei der Hypo-
thek das verpfändete Gut selbst verschul-
det feyn soll, ist nach römischem
Systeme unmöglich.

§. i.
Ällles hängt in dieser Lehre, sowie überhaupt bei der Beur-
thcilung des römischen Rechts und der modernen Rechte von
dem Begriffe „Vermögen" ab. Und sonderbar ist es, daß die
drei neuesten allgemeinen Gesetzbücher, die doch auch Lehrbücher
sind, auf diese wissenschaftliche Bedeutung des Hauptprincips
fast gar keine Rücksicht genommen haben.
Im römischen Rechte liegt dem Begriffe „Vermögen" der
Gedanke unter, daß das Subject desselben eine Physische oder
juristische Person ist, dieselbe physische oder juristische Person
aber nur ein Vermögen und nicht mehrere Vermögen haben
kann. Dahin tendirt der Ausdruck universuw jus und der
Wechselbegriff sueeeckere per unnersiIrUem, weil, wer das
Vermögen des Andren übernimmt, dieses nur kann, sofern der
Andere eine Person zu seyn aufhört. Wie es mit den Schuld
den dieser Person zu halten sey, gehört unmittelbar nicht hieher. *)
Dem Vermögen entgegen stehen alle andren Sachen als
res singulae: aber nur die Person oder das Vermögen kann
verbindlich werden, nicht die res singulae: Ja selbst, wenn
das ganze Vermögen eines Menschen verpfändet wird, ist die

O In dieser Beziehung ist in der Sache etwas irre geworden
Mühlenbruch im Anfänge des 38ten Bandes vonGlücks
Comm.

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