Full text: Volume (Bd. 5 (1844))

Einige Nachträge zu früheren Arbeiten in dieser Zeitschrift. 151
mutuum, das pactum de eint. vdt. ineunda und die ven-
ditio. Möglich ist es dann, wie in unserm ersten Beispiele,
daß der zweite Vertrag nicht »iit dem Versprechen, sondern
Mit der Leistung des einen Thcils anfängt.
Müssen beide Theile zu gleicher Zeit ihr Versprechen er-
füllen, so ist zwar der Vertrag an sich gut, aber die Klage
stndet nur von demjenigen statt, der zu erfüllen bereit
war

6.
Alle Verträge sind d. f. contraetus.
Alle Verträge in Deutschland sind tionae fidei negotia.
Sie sind daher
a) von der Zeit der Perfektion an nach der Intention der
Partheien;u interpretiren,
b) der Verzug wird ebenfalls nach den Grundsätzen der
Interpellation folglich lange vor dem Prozesse berechnet,
c) kann der durch Vertrag Verpflichtete am gehörigen Orte
nicht erfüllen, so geht die Klage gleich auf das Interesse des
Orts, wie oben hinsichtlich des Interesses der Zeit. Eine be-
svndre »otio de eo, quod certo loco ist so wenig mehr nö-
thig, wie ehemals die noch weiter gehende condictio tritica-
ria. Beide Klagen sind veraltet. Die condictio triticaria
ging nämlich immer darauf, wenn jemand die certa species
>n Natur nicht lieferte, und ist jetzt wie die actio, de eo,
stuod certo loco eine actio arbitraria,
d) alle Vorschriften, z. B. der Seriptur werden nur des
Beweises, nicht der Perfektion wegen ausgelegt,
e) Formen kommen überhaupt im Vertragsrechte nicht vor.
Heber Jrrthum und Betrug sieh weiter unteir unter Nr. VI.
Auch der einseitige Vertrag ist jetzt ein bonae fidei ne-
gotium.
Im Uebrigen gelten alle Bestimmungen des römischen
Rechts, welche sich mit der Natur der b. f. negotia vertragen,
5* B. daß nur diejenigen pacta adjeeta integrirende Theile
des Hauptvertrags sind, welche in ingre88u contractu« ge-

^2) Exceptio non adimpleti

contractus»

ii*

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