Full text: Volume (Bd. 5 (1844))

134 Einiges zur Geschichte der «icepUouer rc.
§. 10.
Gegenwärtiger Zustand.
Um das römische Recht zu erklären, muß man die Vor-
stellungen und Ausdrücke gebrauchen, welche die Römer im Ge-
richtsleben, namentlich vor dem Prätor annahmen, und an
welche die römische Rechtswissenschaft sich anschloß. Nur so ist
das römische Recht in der Uebersicht des vorigen §. gehörig zu
verstehen.
Um aber das Bedürftiiß unsrer Praxis zu erkennen, darf
man nicht in die alten Begriffe zurücktreten, sondern muß na-
mentlich den neueren schon im justinianschen Rechte liegenden,
die parte« actoris et rei bildenden und der deutschen Ver-
fassung gemäß entwickelten Standpunkt annehmen, und darf
nicht dasjenige Erception im Prozesse heißen, was die Römer
so nannten: so gewiß wir die litis contestatio selbst einen
zweiseitigen actus nicht mehr nennen.
Mit Recht haben unsre Praetiker so ziemlich die altrömi-
schen Benennungen aufgegeben, weil sie in das Reich unsres
Lebens nicht passen. Auch dieses sieht v. Savigny in seinem
fünften Bande ein, obgleich er auf den deutschen Prozeß nicht
näher eingegangen ist, und obgleich er in Hinsicht auf seine
Entwicklung des römischen Rechts neben den von ihm ange-
führten Dissentienten auch einen Consentienten hatte, nämlich
den Verfasser dieses Aussatzes, der darüber in seiner Zeitschrift
schon im Zahre 1837 geschrieben hatte. —

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