Full text: Volume (Bd. 5 (1844))

und der litiscontestatio im neuern Sinne.

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dertc, und der Begriff prozessualisch etwas anders wurde, als
er unter dem Prätor und dem ordo judicii privati war, kann
nichts ändern: wir müssen nur von der Zeit Diokletians
und Maximians darauf Bedacht nehmen, die bis dorthin
entwickelte Form von der setzt eintretenden prozessualischen Form
zu unterscheiden.
Die Geschichte des römischen Rechts hat also aus dem
Standpunkte der Erceptionm 3 Richtungen:
») die ursprüngliche gegen das strictum jus,
b) die erweiterte im Sinne der Fortbildung der formulae,
c) die neue seit Diokletian und Maximian, wo man
nur die parte« actoris und rei unterscheidet, im Uebrigen
aber den eigentlichen ad b. bestimmten Begriff von exceptio
festhielt, und in der That ihn auch noch heutzutage zur Erklä-
rung der Entwickelung des römischen Rechts gebrauchen muß.
§. 5.
Von dem justinianischen Rechte.
Als unter Diokletian und Maximian der Prozeß
verändert wurde, kam es, daß der Magistratus einen sehr freien
Spielraum seiner Thätigkeit erhielt, ebenso wie einst der Prä-
tor bei den Interdikten hatte, die nach einer ihm freistehenden
cognitio überall hingingen, wo ein Interesse des Klägers zu-
lässig war, selbst auf res extra commercium, divini et
publici juris, jo ferne ein Einzelner bctheiligt war, auch in
Präjudicialsachen u. f. w., so daß der Spielraum für die In-
terdicte viel größer war, als der der actiones. Jede implo-
ratio , jedes Interesse bestimmte zu dem Interdikte, wie dieses
auch heutzutage der Fall ist sowohl in Deutschland, wie in
Frankreich, wo jedes anerkannte Recht durch einen Anspruch
des Klägers geschützt werden kann und muß, folglich aus den
Namen einer actio durchaus nichts mehr ankömmt. So al-
lein ist auch dieser Punkt zu nehmen.
War nun das Recht des Klägers sehr ausgedehnt, >o
war es auch das Recht des Beklagten. Derselbe konnte jede
Einwendung in jeder Zeit des Prozesses machen, er konnte die
res judicata wegen einer Nichtigkeit in tbesi anfechten, er
konnte viele Erceptionen auch noch gegen die actio rei judi-
catae oder im Vollzüge machen. Der Beklagte war an keine

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