Full text: Volume (Bd. 5 (1844))

Einige Betrachtungen. 103
der Rechtsgrund eine stipulatio oder sonst ein Vertrag ist,
wenn nur der Rechtsgegenstand gewiß ist. *).
Dieses Alles wird noch besser ausgedrückt in
l. 9. §. 3. D. eod.
Quoniam igitur ex omnibns contractibus liaec certi
condictio competit, sive re fuerit contractus factus,
sive verbis, sive conjunctim.
Jm Uebrigen sieht man, daß diese Stellen schon in der
späteren Zeit und bei der Ausbildung des römischen Contracts-
systems geschrieben sind.

§. 3.
In jener Zeit, wo man die Prozesse abzukürzen gedachte,
wollte man blos auf den bestimmten Rcchtsgegenstand sehen,
auf welchen man sich durch die litis contestatio einließ. Die-
ses konnte sogar so geschehen, daß man die Klage schlechthin
ableugnete, weil man sich eben auf den Rechtsgrund nicht ein-
lassen durfte, und damr blieb dem Kläger nichts übrig, als
dem Beklagten den Eid über den Gegenstand des Prozesses
selbst anzutragen, d. h. darüber, daß er nichts schuldig sey.
In dieser Richtung waren denn auch die praejudicia und die
actiones in rem — stricti juris actiones, denn es konnte
darüber geschworen werden — in potestate mea te non esse
— rem non esse meam *): daher kommt es aber hauptsäch-
lich, daß das jusjurandum unmittelbar noch in den Pandee-
ten mit den Condietronen verbunden ist, sowie daß derjenige,
dem das jusjurandum angetragen wurde, vorerst von dem De-
ferenten das juramentum calumniae verlangen konnte * 3 4),
Also Alles allein wurde in die Bestimmtheit des Rechtsge-
genstandes gesetzt und eine Verhandlung über den vorausge-
gangenen Rechtsgrund fand nicht statt. Von dem Momente, wo
die litis contestatio erfolgt war, sah man auch auf die Neben-
ieistungen und Savigny nimmt die Sache so, als wäre jetzt
die actio stricti juris in eine bonae fidei judicium überge-

2) Vkgl. v. Savigny heut. röm. R. V- S- 58°- ff.
3) 1. 3. D. 12. 2.
4) 1, 34. §. 4, D* eod.

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