Full text: Volume (Bd. 5 (1844))

10. Mannichfaltiges

10.1. Warum kann ein filiusfamilias nicht über sein peculium adventitium irregulare oder auch ordinarium teftiren?

EartntchfaltigeS«

I. Warum kann ein filiusfamilias nicht über sein pe-
culium adventitium irreguläre »der auch ordi-
narium testtren?
33ei den Römern gab die patria potestas ein imperium d.
i. ein jus publicum, und die testatio war eine Uebettra-
gung der kawilia auf Andre, natürlich nicht die subjective
Persönlichkeit, sondern nur jene Persönlichkeit, welche die Grund-
lage des Vermögensrechts ist. Aber auch sie ging jure pub-
lico vor sich. Allerdings war im Testamente nicht vom tes-
tator pater die Rede, wie Erb erwiesen zu haben glaubt,
aber dennoch ist sicher, daß nur ein patertamilias testirm
konnte. Es waren dieses natürliche Wechselbegriffe.
Daher kömmt es, daß, als die filüfamflias auch eigenes
Vermögen hatten, sie doch nicht testiren konnten, außer soweit sie
patriam potestatem hatten, d. h. der Mus mite» über sein
peculium castrense.
Die väterliche Gewalt hat in Deutschland nie stattgefun-
den, wie bei den Römern; doch sah man die römische patria
potestas gleichsam als Präsumtion an, um die Einheit des
römischen Systems zu erklären, allein die Lehre von der so-
lutio patriae potestatis bei den Deutschen zeigt,- daß wir
uns etwas anderes unter dem mündio patris denken.
Im Uebrigen ist das Princip der patria potestas in
Beziehung auf das rein römische Testamentsrecht stehen ge-
blieben. —

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