Full text: Neueste juristische Literatur (1776, Bd. 1. Ostermesse (1776))

328 Philosophisch=politische Abhandlung 
6. 
Daß diese Verträge schon zu den Zeiten, 
wo der Gebrauch des Gelds so wie Lesen und 
Schreiben noch unbekannte oder noch wenig 
übliche Dinge waren, errichtet worden, be= 
weisen die auf den Gütern und Besizungen 
der Landleute zu allen Zeiten und noch gegen= 
wärtig haftenden Frohndienste; welches zu= 
gleich anzeigt, daß die Dienstguͤter urspruͤng¬ 
lich den Herren zugehörig gewesen, und in 
derselben Benuzung oder auch nuzbaren Ei= 
genthum der Arbeitslohn oder Vergeltung der 
Dienstpflichtigen bestanden haben müsse. Hier= 
aus erhellt, daß es eigentlich keine unentgelt= 
liche Frohndienste geben kann. 
7. 
Diese Art der Abreichung des Lohns war 
die gemächlichste für die Herren, weil sie 
sonst in Ermanglung des Gelds das Dienst. 
volk mit den Lebensbedürfnissen in Natur, 
mit Speise, Trank, Kleidung, Dach und 
Fach rc. zu versehen gehabt hätten. Es mag 
aber auch seyn, daß diese Belohnungsart zu¬ 
gleich von den Herren beliebt worden, um die 
Mieth=Lohn= oder Laßverträge dadurch zum 
Be= 
Vonage. ULs 
Max-Planck-Institut für 
Universitäts u 
europäische Rechtsgeschichte 
DFC 
andesbibliothek Dar
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer