Full text: Hof und Staat (Bd. 2 (1809))

Vorrede. 
physischen Technik zu beobachten, ihren Standpunkt fest= 
zusetzen, ihren Einfluß auf die geistige und physische Na¬ 
tur des Menschen auszusprechen, und die daraus hervor= 
gehende Wirksamkeit in Hinsicht auf Begriffe, Jdeen 
und Geschicklichkeit, Behufs der Gesetzgebung und des 
Unterrichts zu bestimmen. 
Ein solches Laboratorium könnte zugleich Akade¬ 
mie der Staatsverwaltung seyn. Für die gesetz¬ 
gebende Versammlung würde sie telegraphische Li¬ 
nien errichten, für die jungen Staatsmänner würde sie 
Unterrichts=Anstalt seyn. Ein Mann müßte an der 
Spitze dieser Akademie stehen, welcher, das Knaul der 
Wissenschaft in der Hand, das große Labirinth der 
Staatskunst durchwandert, und das jetzige Zeitalter rich¬ 
tig begriffen hat. 
Da wir indessen eine solche Akademie der Staats¬ 
kunst noch nicht haben, und vielleicht bey der jetzigen 
Richtung, welche die neuen Staats=Organisationen ge= 
nommen haben, so bald auch nicht erhalten werden; so 
dürfte es wohl eine gemeinnützige Unternehmung seyn, 
wenn mehrere Gelehrte zusammentreten, und die Civil¬ 
Gesetzgebung, wenigstens nach einzelnen Richtungen, nach 
dem neuesten Entwicklungs-Grade zu construiren streben. 
Mehrere unserer bisherigen Gesetzbücher gleichen ei= 
ner Polterkammer, welche nicht selten zur Marter¬ 
kammer wird, weil in derselben der Widersprüche so 
viele sind. Das Handwerksrecht widerspricht dem Forst= 
rechte, das Landbaurecht dem Kaufmannsrechte, das 
Kaufmannsrecht dem Fabrikrechte, das Fabrikrecht dem 
Bergbaurechte, das Zollrecht dem Handelsrechte, u s. 
w. Es fehlt der Centralpunkt der Gesetzgebung. 
Das 
Ogtasent
	        
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