Full text: Hof und Staat (Bd. 2 (1809))

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Beylage XXI. 
An den 
Herrn Director Kretschmann. 
Wohlgebohrner Herr, 
Hochgeschätzter Herr. 
Schon bey meinem vorigen hiesigen Aufenthalte sollte ich 
durch die Gefälligkeit meines Schwagers des Grafen von 
Ebersdorf mich des Vergnügens theilhaftig gemacht sehen 
Sie persönlich kennen zu lernen, und nur sein zu langes 
Bleiben zu Thurnau brachte mich am Tage vor meine 
Rückreise um dieß so sehr gewünschte und erwartete Ver 
gnügen. Ich eile daher, um mich nicht wieder in der Er¬ 
wartung hintergangen zu finden, Euer rc. zu sprechen, Sie 
zu ersuchen, mir für heute oder morgen eine Stunde zu 
bestimmen, wo ich mich bey Ihnen über die wichtige An¬ 
gelegenheit besprechen könnte, die Sie mit so vieler zuvor¬ 
kommender Güte zur Beurtheilung und thätigen Zurecht 
legung übernehmen wollten. Je seltner es mir noch sowoh 
wurde, einen Rathgeber von so wahr hellen Kenntnissen 
und so viele weise benutzten Erfahrungen zu finden, wie 
Sie es sind, um so ungeduldiger sehe ich dem Augenblick 
entgegen, der mir den Genuß Ihres belehrenden Umgang 
verschaffen wird. 
Mit der ausgezeichnetsten Hochachtung habe ich die 
Ehre zu seyn 
Euer rc. 
Bayreuth den 21. Dez. 1800. 
ergebenster Diener 
Franz, Herzog zu Sachsen 
Coburg. 
An
	        
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