Full text: Hof und Staat (Bd. 2 (1809))

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selben ununterbrochen die schwärzesten Beschuldigungen al¬ 
ler Art bey Uns unmittelbar angebracht und ins Publicum 
in Umlauf gebracht hat, welche nach genauer Untersuchung 
und Prüfung sich in Verläumdungen auflößten. 
Man hat nicht verfehlt, die nämliche Beschuldigung, 
welche Häberlin pag. 268. des 51ten Hefts seines Staas¬ 
Archivs wegen Herausgabe eines Journals für Menschen¬ 
rechte rc. dem Minister von Kretschmann öffentlich macht, 
auch bey Uns im Jahre 1801 zu machen. 
Allein Wir können zur Steuer der Wahrheit Denen= 
selben hierüber aktenmäßige Auskunft geben. 
Als der Minister von Kretschmann im Jahre 1790 
zu Saalfeld noch als Guts-Besitzer wohnte, geschah Un¬ 
seres hochseligen Hrn. Vaters Gnaden die geheime Anzeige: 
daß Kretschmann in gefährlichen Verbindungen stünde, 
und aufrührerische Aufsätze in dem Journale für Mey¬ 
schenrechte 
verbreite. Unseres Hrn. Vaters Gnaden ließen im streng¬ 
sten Geheime durch eine eigene Hofkommission dem Kretsch= 
mann alle seine Papiere, selbst Familien-Papiere nicht 
ausgenommen, unter sehr tragischen Auftritten in seiner 
Familie, wegnehmen, versiegeln, und an das geheime 
Raths Collegium hieher einsenden. Alle Papiere wurden 
auf das genauste untersucht, und es wurde auch nicht eine 
Spur von verdächtigen Verbindungen, von aufrührischen 
Aufsätzen oder von einer Verbindung des Kretschmanns 
mit dem Kriegsrathe Kranz gefunden. Die litterarischen 
Aufsätze, welche sich vorfanden, waren für die staatswissen¬ 
schaftliche Zeitung bestimmt, welche der v. Kretschmann 
unter der Censur des Landes schrieb und herausgab, und 
im Jahre 1791 unter dem Titel: 
Staa= 
Ooaset 
ropä
	        
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