Full text: Hof und Staat (Bd. 2 (1809))

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machten, und die Mittel dazu in fremde Canäle leiteten. 
Benachbarte Staaten, welche vermöge ihrer hierarchischen 
oder reichsstädtischen Verfassung ein ähnliches Schicksal er= 
leben mußten, trugen die ritterschaftlichen Grundsätze auf 
ihre im Lande gelegenen Besitzungen über, und diejenigen 
Staaten, welche weltliche Regenten hatten, benutzten die¬ 
sen Zustand, um auf ihren landsäßigen Gütern auch für 
sich Vortheile zu ziehen. So wurde der hiesige Staat 
der Ball, welcher blos der Willkühr einzelner großen 
Güterbesitzer Preis gegeben war, und in diesem bejam¬ 
mernswürdigen Zustande fanden Sr. Königliche Majestät 
das Land. 
Sollte die Regierung in den fränkischen Fürstenthü¬ 
mern für das allgemeine Wohl des Staats wieder 
in Thätigkeit gesetzt werden; so konnte dieser Zustand nicht 
bleiben; sollten die brandenburgischen Haus-Verträge, 
welche allein die preußische Regentschaft auf die fränkischen 
Fürstenthümer übertrugen, nicht in einem leeren Wortlaute 
bestehen; so mußten alle die Usurpationen vernichtet wer¬ 
den, welche seit Albrecht Achilles Tode mit einzelnen Re¬ 
gierungs=Rechten vorgenommen waren. Sollte aber auch 
diese Vernichtung den Stempel der Gerechtigkeit erhalten; 
so war es nothwendig, unter der Leitung der Geschichte, 
des Staatsrechts und der Diplomatik zu der Quelle dieser 
Usurpationen hinaufzusteigen, die Bahn zu verfolgen, welche 
sie bis auf unsere Zeiten genommen hatten, und wenn sie 
als Usurpationen entwickelt waren, sie nach den Princi¬ 
vien des Rechts und mit der mindesten Aufopferung der 
Generation, welche die Usurpation nicht zu Schulden ge¬ 
bracht hatte — nur die Früchte davon genoß, aufzuheben. 
Es ist an sich einleuchtend, daß dieses Unternehmen 
von dessen glücklichem Erfolge nur allein die Rettung des 
Staats 
Dotaisent 
ropäisc 
Rech
	        
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