Volltext : Hof und Staat (Bd. 2 (1809))

—  245
VII.
Deringer.  Das,  was  ihr  sucht,  die  Lösung  des  ewigen -
  Räthsels  von  Nothwendigkeit  und  Freyheit,  von  Göttlichem -
  und  Jrrdischem,  liegt  in  der  Kunst  und  in  der  Mystik.
In  jener  steigt  das  Göttliche  hernieder,
In  dieser  steigt  das  Jerdische  hinauf.
Heinrich.  Rühmst  du  dich  beydes  zu  seyn,  oder
nur  eines  von  beyden?  Mystiker  und  Künstler?
Beringer.  Beydes.
Heinrich.  Du  bist  ein  glücklicher  Mann,  und  so
muß
ich  zweifeln,  ob  du  das  Räthsel  uns  lösest.
Beringer.  Warum  denn?
Heinrich.  Wenn  du  wahr  von  dir  selbst  sagtest,
so  bist  du  gerade  das  Räthsel;  wenn  du  aber  das  Räth
sel  bist,  wie  magst  du  es  lösen?
Beringer.  Dem  stillen  kindlichen  Gemüthe
Ward  von  der  Gottheit  vieles  offenbart.
Der  Künstler  schaut  in  seiner  tiefen  Sel
Den  Gott  und  das  Geschöpf  |
Heinrich.  Und  könntest  du  uns  dieses  Schauens
nicht  theilhaftig  machen?  Zwar  rühmen  wir  uns  gleichfalls, -
  einiges  zu  schauen
Beringer.  Doch  euer  Ruhm  ist  eitel.  Weisheit
dieser  Welt  verlacht  ein  Kind  als  Thorheit.
Heinrich.  Weil  du  denn
die  Jamben  liebst,  so  sprech'  auch  ich  in  Jamben.
Entdeck'  uns  dein  Geheimniß.
Ber¬Seraen -

ropäit
e  Re
            
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.

powered by Goobi viewer