Full text: Hof und Staat (Bd. 2 (1809))

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edlen Eifer, das Recht zu fördern, und so kannst du dar¬ 
auf rechnen, daß wir dir mit aller Achtung Rede stehen. 
Herbert. Wollte ich mich über das Ganze in 
allen Punkten erklären, so möchte ich euch fast zu wei¬ 
schweifig werden; ich will mich daher auf einen Artike 
einschränken, der mir zunächst am Herzen liegt. — Die 
Wahrheit könnt ihr wohl behaupten, und erhärten, daß 
in dem, was euer gepriesener Dichter von der Jurispru 
denz sagt, auch nur ein Körnchen Wahrheit sey? Ihr re 
citirt mir den Faust fast auswendig, und so kennt ih 
wohl die Stelle, die ich meine; in der Scene, wo di 
Fakultäten durchgezogen werden, heißt es von der Jurs 
prudenz: 
es erben sich Gesetz und Rechte 
als eine ewige Krankheit fort. 
Nun behaupte ich, und kann erweisen, daß Gesetz un 
Rechte gerade die größte Wohlthat des menschlichen Ge 
schlechtes seyen, und es kränkt mich tief, diese Wahrhei 
von eurem Dichter nur so wie im Spaße gehudelt 
sehen. 
Heinrich. Wenn du dich aber mit Unrecht ereisen 
test? wenn du selbst dieser Meinung wärst, welche de 
Dichter ausgesprochen hat? 
Herbert. Wenn ihr den Spott des Dichters for= 
zusetzen gedenkt, so wende ich mich nicht weiter an euh 
Nur durch Ernst kommt man der Wahrheit nahe. 
Heinrich. Wir wollen uns nach dir bequemen. 
Sage uns doch; du kennst den Kanon: lex justo non est 
posita, gilt er dir etwas? 
Herbert. Alledings? Aber wer ist denn iustus 
ich antworte dir aus deinem Lieblingsdichter: nullus in¬ 
stus remanebit, 
Hein= 
Poteisen
	        
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