Full text: Hof und Staat (Bd. 2 (1809))

ropä 
Re 
110 — 
Eduard. Darin werdet ihr mir wohl nicht wider¬ 
sprechen, wenn ich sage, daß in der sinnlichen Erkenntniß 
das Viele, in der Tiefe des Gemüthes aber das Eine sey? 
Beyde. Wir glauben, daß dir hierinn jedermann 
beystimmen werde. 
Eduard. Nennt nun das Eine, was im Gemüthe 
ist, a priori, das Viele, was die Sinne erkennen, a pos 
teriori, so ist Philipps Frage beantwortet. 
Philipp. Also wäre nichts als die Einheit aller 
Erkenntniß a priori, und es gäbe nicht bestimmte Er¬ 
kenntnisse a priori? 
Eduard. Sagtet ihr nicht mit mir, in den Sin¬ 
nen sey die Vielheit, wie könnt ihr also von Erkenntnis¬ 
sen reden, die a priori bestünden? 
Philipp. Aber wenn in dem, was du die Einheit 
nennst, auch gar keine Vielheit gesetzt seyn soll, so ist 
diese Einheit ganz leer? 
Eduard. Wie du sagst. 
Philipp. Also auch keine Erkenntniß? 
Eduard. Wie du sagst . 
Philipp Also hebst du denn doch im Grunde das 
a priori aller Erkenntniß auf, und setzest alle Erkenntniß 
nur als einzelne und sinnliche. 
Eduard. Keineswegs. Um dich nicht länger im 
Zweifel zu lassen, so erkläre ich mich näher. Alle Ide 
ist a priori, alle Vorstellung a posteriori, und der Be¬ 
griff steht in der Mitte. 
Philipp. Aber wenn du doch behauptetest, daß 
das a priori nur die leere Einheit sey. 
Eduard. 
Pstasenr
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer