Full text: Hof und Staat (Bd. 2 (1809))

— 109 
Faktors der Cohäsion? und sind nicht, wenn ein Ding ge= 
setzt ist, alle möglichen Grade seines Seyns mitgesetzt? 
Heinrich. Aber sie sind dir nicht zugleich mit dem 
blossen Begriffe alle gegeben. 
Eduard. Sind denn dem Mathematiker mit dem 
einen Dreyecke, das er eben anschaut, auch alle möglichen 
verschiedenseitige Dreyecke wirklich gegeben? muß er nicht 
das rechtwinklichte, das gleichseitige rc. Dreyeck besonders 
setzen? 
Heinrich. Aber du mußtest jene Bestimmungen erst 
objektiv erfahren, ehe du sie subjektiv construiren konntest. 
Eduard. Glaubst du denn, daß irgend ein Mensch 
das Dreyeck construirt habe, ehe er es mit Augen des 
Fleisches gesehen, war es auch nur auf dem Papiere ge= 
zeichnet? 
Heinrich. Aber es scheint doch, als ob der Ma¬ 
thematiker des Experiments nicht bedürfe, auch weiset er 
es überall von sich. 
Eduard. Er soll es auch nicht bedürfen zur De¬ 
monstration; wohl aber bedarf er der äusseren Anschauung, 
um die innere zu erregen, und dies ist der Gang aller 
Erkenntniß, so vornehm auch manche gegen die äussere 
Anschauung thun. 
Philipp. Heinrich vergönne mir, daß ich ihm vor¬ 
ele, wenn er noch weiter etwas einwenden wollte. Was wür¬ 
dest du antworten, wenn man dich mit dem alten Unter= 
schiede des a priori und a posteriori drängen wollte? 
Heinrich. Du hast mir das Wort von den Lippen 
genommen, Philipp, und so hast du mich in der That 
nicht unterbrochen. 
Eduard.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer