Volltext : Hof und Staat (Bd. 2 (1809))

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Eduard.  Eben  das  Mathematische  in  deinen  Beyspielen -
  wünschten  wir  einzusehen;  nur  dies  Wenige  und
Geringe  sollst  du  uns  sagen.
Heinrich.  Er  scheint  das  Viele  zu  wissen,  aber
das  Eine  scheint  er  gar  nicht  zu  kennen.
Philipp.  Jeder  Kantische  Schüler  könnte  ihm  aus
der  Verlegenheit  helfen,  wenn  er  ihm  nur  sagte,  daß  der
Mathematiker  in  den  reinen,  aller  Verschiedenheit  entbloßten, -
  Formen  des  Raumes  und  der  Zeit  construirt,  und
daß  das  Objekt,  das  er  setzt,  durch  den  Begriff  selbst  schon
gänzlich  gesetzt  ist,  anstatt  daß  alle  andere  Erkenntniß  es
mit  einer  von  dem  Begriffe  durchaus  unabhängigen  Realität -
  zu  thun  hat.
Eduard.  Meinest  du,  damit  würde  er  uns  befriediget -
  haben?
Teuthard.  Ihr  scheinet  von  meinen  Beyspielen
keinen  Gebrauch  machen  zu  können.  Lebt  daher  wohl.
Eduard.  Wolltest  da  uns  noch  länger  deine  Gegenwart -
  gönnen,  so  würdest  du  sehen,  daß  wir  doch  noch
Gebrauch  von  deinen  Beyspielen  machen.  Doch  waren  es
diese  Beyspiele  nicht,  was  uns  fehlte.  Du  aber  beliebtest -
  uns  die  Wahrheit  nur  gleichsam  verschleyert  in  diesen
Beyspielen  sehen  zu  lassen.  Vielleicht  würdest  du  es  gar
tadeln,  wenn  wir  den  Schleyer  zu  lüften  wagen.
Teuthard.  Ich  habe  euch  mathematische  Sätze  gegeben, -
  und  in  diesen  ist  mathematische  Wahrheit.  Lebt  wohl.
Heinrich."  Wäre  es  erlaubt,  muthwillig  zu  seyn,
so  würde  ich  sagen,  daß  er  außer  seinen  zwey  gegebenen
Beyspielen  auch  sich  selbst  noch  als  drittes  Beysoiel  gegeben -
  hat.
Eduard.
Dogtalssent
            
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