Full text: Kritische Staatsbetrachtungen (Th. 4 (1771))

Von gesetzmäsiger Erledigung 
den Herzen der Burger einzupflänzen, die Wuth 
des Hasses und der Verfolgung aus denselben zu 
verbannen, die Wahrheit und Einheit der Religion 
und der Republic siegprangen zu machen. 
Allein die erste Sorge der Staatskunst ist die letz= 
te geworden. Jndessen ist auch nicht möglich, Früch= 
te der Einigkeit zu erndten, wo die Saamen der 
Zwitracht im ganzen Reiche ausgesträuet worden 
sind. Die Gewalt hat die Religion getrennt, und 
die spate Nachkömmlinge fühlen erst recht die Schlä= 
ge dies Schicksals. Mißtrauen, Eiferfucht, und 
Elend sind die Looß, welche auf jeden Theil gefal= 
Der 
len sind. (*) 
So schreivet Carl Renatus Hausen Lehrer 
Königl. Preusischen Universität zu Halle, in 
seiner pragmatischen Geschichte der Protestan= 
ten p. 15. „Eben so wenig wurde durch die Re= 
„ formation der Geist des Neides, der Unwahr= 
„ heit, der Verläumdungen und des Hasses 
„ unter der neuen vertilgt. Die Lutheraner 
„ und Reformirte haben sich in heiligen Krie= 
„ gen gegen die Abtrünnigen, die unter ihren 
„ Gemeinden entstanden waren, eben der Ver= 
„ läumdungen, Unwahrheiten und anderen 
„ Leichtfertigkeiten bedienet, als die vorherge= 
„ hende Zeiten nur immer aufweisen können. 
„ Beyde Lutheraner und Reformirten haben 
sich selbst untereinander mit den grösten 
Schmähungen verfolgt, zum offenbaren 
Beweiß, daß sie gär nicht von dem Geist der 
„ ersten christlichen Kirche geleitet würden." 
— 
Bibliotheken der Stadt Mainz 
Max-Planck-Institut für 
5 
Wissenschaftliche Stadtbibliothek 
europäische Rechtsgeschichte
	        
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