Full text: Staatswissenschaftliche und juristische Litteratur (Jg. 2, Bd. 2 (1795))

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in den Städten immer mehr und mehr finkenden Nahrungs¬ 
zweige als über die Unverzeihbarkeit der Gewohnheit, Vor¬ 
schläge rasch von der Faust weg und ohne weitere Untersuchung 
abzuweisen. 
Die nähere Beurtheilung dieses Versuchs hat indessen ein 
zu lokales Interesse, um ihr hier einen Raum anweisen zu 
dürfen. 
1v. K. 
Samuel Gottlieb Büͤrde's, Neise durch einen Theil der 
Schweiz und des obern Jtaliens. Nebst Auszügen 
aus Briefen, über einige Gemälde. Halberstadt, in 
der Buchhandlung der Großschen Erben 1795, 334 S. 8. 
3: 
(Preis 1. fl. 24 kr.) 
Dieses Buch führt ein sehr bedeutendes Motto von 
Pacal an den Stirne; es heißt: Quand on voit le style na 
turel, on est étonné et ravi, car on sattendoit de voir 
un auteur, et on trouve un homme. — Rez. muß aber 
bekennen, daß er, nachdem er das Buch durchgelesen hatte, 
weder erstannt noch entzückt war.! Man nehme es von 
Seiten des Inhalts, oder des Vortrags, gleichviel wie. 
Ob nun der Fehler am Rezensenten liegt, oder ob wirklich nichts 
Erstaunliches und Entzückendes in dem Buche zu finden ist, das 
wird sich bey einer nähern Untersuchung desselben aufklären. 
Gewöhnlich pflegen Schriftsteller die Blätter die sie der 
Vorrede widmen, dazu anzuwenden, daß sie dem Leser einen 
vortheilhaften Begriff von dem utile oder dulce ihrer Schrift 
beyzubringen suchen. Hr. Bürde thut gerade das Gegentheil. 
Er erzählt uns in der Vorrede, nicht, was wir von seinem 
Buche erwarten sollen; sondern, was wir davon nicht 
erwarten sollen. Und da gibt es der Dinge freylich viele. Der 
Verf. sagt (S. 4) „man erwarte keine antiquarische, litterari¬ 
sche, politische Discussionen, keine neue Entdeckungen in der 
Naturgeschichte; eben so wenig spitze man sich auf empfindsame 
Delicatessen, auf seichte oder tief geschöpfte moralische Re¬ 
flerionen und Beyträge zu der so beliebten, jetzt überall feil 
gebotenen" — (und doch wohl noch nicht entbehrlichen?...) 
„Menschenkenntniß." (!!) 
Wenn 
— 
Vorlage: 
Max-Planck-Institut für 
UNIVERSTTAT 
DFC 
europäische Rechtsgeschichte 
TÜBINGEN 
—
	        
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