Volltext : Allgemeine staatswissenschaftliche und juristische Literatur-Zeitung (Quartal 3 (1789))

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man  schon,  dass  ihm  weiter  nichts,  als  gerade
alles  fehlt,  was  zum  Biographen  eines  so  grossen -
  Mannes,  als  Friedrich  war,  erfordert  wird.
Damit  es  aber  nicht  das  Ansehen  haben
möchte,  als  wenn  Recensent  bei  Beurtheilung
dieser  Schrift  partheiisch  verfahren  sey,  mögen
folgende  Belege,  die  ihm  bei  der  Durchsicht  dieser -
  Schrift  besonders  auffielen,  dies  Urtheil  bestätigen. -
  Nach  diesem  Schriftsteller  ist  der  König -
  von  dem  Hofprediger  Meltenius  (Noltenius)
B.  1  S.  25  in  den  Grundlätzen  der  reformirten -
  Kirche  unterrichtet  werden.  Wo  mag  doch
der  Verfasser  die  Nachricht  her  haben,  S.  33  B.
1  „dass  König  Friedrich  Wilhelm  2.  die  Universitäten -
  und  seine  Gerichtsstellen  herumgeprügelt, -
  wenn  sie  nicht  nach  seiner  Phantasie  entschieden; -
  —  dass  der  Doctor  Baumgarten
er  scheint  den  berühmten  D.  Baumgarten  in
Halle  zu  meinen,  es  war  aber  der  Conrector
Baumgarten  in  Berlin  —  auf  Friedrichs  Vater
eine  Trauerkantate  gedichtet  habe  B.  1  S.  61.
Wie  falsch  ist  nicht  die  Behauptung,  die  der
Verfasser  auf  der  nehmlichen  Seite  äussert.
„Kurz,  Friedrich  wollte  wenigstens  vor  dem
Volke  zeigen,  dass  ihm  der  Tod  seines  Vaters
nahe  ging.“  Im  Gegentheil  äusferte  nicht  blos
Friedrich  gleich  nach  seines  Vaters  Tode,  sondern -
  auch  noch  lange  nachher,  bei  so  verschiedenen -
  Gelegenheiten,  wie  sehr  Er  seinen  Vater
geschäzt  habe,  und  selbst  seine  Schriften  bebeweisen -
  unläugbar,  wie  gut  und  edel  er  von
einem  Vater  dachte,  der  ihm  doch  manche  unverdiente -
  Kränkungen  verursacht  hatte  und
dessen  Andenken  Ihm  demohngeachtet  doch
Biblothek
—
Max-Planck-Institut  für
K  DFG
europäische  Rechtsgeschichte

stets  heilig  war.  Er  selbst  schreibt  von  seinem
Vater,  über  die  gröste  Kränkung  die  ihm  angethan -
  ward:  „dieser  Fürst  hatte  in  seinem  Hause
Familienverdruss;  aber  die  Nachwelt  muss  die
Fehler  der  Kinder,  aus  Achtung  für  die  Eigenschaften -
  des  Vaters,  verzeihen."  Die  ganze
schaudervolle  Anekdote  S.  77  B.  1  von  Fried.
richs  Despotismus,  widerruft  de  la  Veaux
selbst,  woraus  sie  der  Verfasser  mit  so  vielem
Vergnügen  entlehnt  hat.  Wer  mag  wohl  dem
Verf.  gesagt  haben,  dass  Hr.  O.  C.  R.  Büsching -
  in  Berlin  ein  grosser  Rechtsgelehrter  sey?
B.  2  S.  73.  Von  der  bekannten  Verschwörung
des  schlesischen  Edelmanns  Baron  von  Markotsch.
woran  kein  Mensch  zweifelt,  urtheilt  der  Verfasser -
  (Band  3  S.  167)  in  der  Anmerkung  so:
„der  Umstand,  dass  der  Officier  die  Thäter  so
leicht  entwischen  liess,  und  nicht  einmal  darüber -
  zur  Rede  gestellt  wurde,  läst  vermuthen.
dass  das  ganze  Ding  ein  abgeredeter  Handel
war,  um  Oesterreich  in  ein  gehässiges  Licht  zu
setzen.“  Wie  lustig!
Doch  ich  bin  es  müde,  mehr  dergleichen
auffallende  Sachen  zu  sammeln,  weil  die  angeführten -
  schon  ohngefehr  das  Buch  characterisiren. -
  Wollte  man  sich  die  Mühe  geben,  alles
genau  zu  untersuchen,  so  würde  man  beinah
auf  jeder  Seite  Fehler  und  Unrichtigkeiten  gewahr -
  werden.  Allein  den  Feinden  des  grossen
Königs  wird  diese  Satyre  —  so  möchte  ich  es
beinah  nennen  —  behagen,  und  die  Freunde
desselben  werden  die  Achseln  zucken,  und  den
Verfasser  beklagen.-
            
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