Full text: Vorhoff der gantzen Jurisprudenz Oder Vollständige Einleitung zum Iure Civili, Feudali, Canonico und Publico (Th. 16 (1729))

de inofficioso testamento. 
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nehmlich wenn ihnen eine turpis persona 
vorgezogen werden sollte. Ist ihnen aber diese 
nicht verlassen, sondern es hat der testirende 
Bruder sie in seinen aufgerichteten Testament 
gantz uͤbergangen, und eine Person zum Erben 
eingesetzet, welche Turpis oder infamis ist 
so kan selbiger als dem der Querelam inoffi- 
ciosi testamenti anstellen. Jedoch wird die¬ 
ses nothwendig erfodert, daß nehmlich ihnen 
nur Turpis persona vorgezogen worden seye. 
Denn wenn dieses nicht geschehen, sondern es 
hat der testirende Bruder eine unbescholtene 
Person zum Erben eingesetzet, so koͤnnen die 
Geschwister, sie moͤgen seyn Consanguinei 
oder Germani dieselbe keinesweges anstel¬ 
len. 
Zwar meynet Bernegger ad Instit. qu. 11. 
de querela inofficiosi testamenti, diese 
Limitation, daß die Geschwister nur in dem 
Falle, wenn ihnen eine turpis persona vor= 
gezogen ist, die querelam inofficiosi testa¬ 
menti anstellen moͤchten, waͤre allein bloß auf 
die fratres consanguineos nicht aber Ger¬ 
manos zu ziehen, weil in den l. 27. C. de te 
stam inoff. bloß derer Consanguineorum. 
nicht aber Germanorum Erwehnung geschie¬ 
het, folglich könnten die Germani fratres 
allezeit, auch wenn der Testator ihnen nicht 
eine turpem personam vorgezogen hatte, die¬ 
T 3 
selbe 
Max-Planck-Institut für 
europäische Rechtsgeschichte
	        
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