Full text: ¬Der raisonirende Juriste, welcher seine raisonements aus denen Reguln der Klugheit, und dem vernünfftigen Rechte, wie auch denen römischen und teutschen Antiquitäten über die Stücke der Rechts-Gelehrsamkeit ergehen lässet (St. 2 (1714))

Ein Weib kan keine Vormunds. führen 217 
gefehlt zu seyn, wen man denselben vor denen 
Zeitendes Justiniani aus der alten Römischen 
Rechts=Gelehrsamkeit herholet. Denn da 
gehoͤrte unter die Grund-Saͤtze derer Rechte: 
Faeminam in perpetua esse tutela. Vipi¬ 
anus in fragm. Tit. II. & T. 20. Wissenbach. 
ad Jyst. Diss. 7. th. 4. in pr. item Boetius in 
Topic. Cic. 
2. 
Nun wäre es gantz unvernünfftig ge=¬ 
wesen, daß man iemanden der selbst Hulffe in 
seinem Thun und Lassen gebrauchen muste, an= = 
dere anvertrauen wolte. Dannenhero that 
man gar wohl die Verfaßung / daß keine Frau 
über andere konte die Vormundschaft | 
führen. 
§. 3. 
Ob nun wohl der Justinianus das erst | | 
re geaͤndert: Denn er Princ. Jnst. de modis 
quib. tut. soluitur sagt: Pupilli PUPILLAEQUE, 
cum puberes esse coeperint: a tutela libe¬ 
rantur: und dergestalt der Grund, warum die 
Weiber keine Vormundschafft fuͤhren kunten, 
über den Hauffen geschmissen; So ist doch 
das Letztere von ihme bey behalten worden, 
und die Weiber, ausgenommen die Mutter 
und Groß=Mutter Nou. 115. c. 5. können 
keine Vormünder seyn. c.118. C. de procur. 
5. 40 
— 
Max-Planck-Institut für 
Universitätsbibliothek 
Greifswald 
europäische Rechtsgeschichte 
352
	        
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