Full text: ¬Der juristische Federfechter (St. 6 (1752))

Der Juristische 
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gleiche bekommen kann, ohne welche iedoch 
keine Obrigkeit sich bemächtigen darf, das 
Grundstuͤck dem unsicheren bloßen Besitzer ei¬ 
genthümlich zuzuschreiben. Will dieser, zu sei= 
nem Bedürfen, ein Darlehn erborgen, und 
dafür sein beträchtlichstes Hauß unterpfänd= | | 
lich einsetzen, so ist unmöglich, daß der obrig= 
keitliche Consens darzu ertheilet, und der Dar= 
leiher auf dergleichen Grundstück versichert 
werden kann, weil dessen Besitzer darmit noch 
nicht beliehen worden. Und wofern auch sel= 
biger eigenhändig vollzogene Kauf=Briefe 
oder Erb=Vergleiche disfalls in Händen hät= 
te, so mögen doch dieselben nur beyde Par= 
theyen gegen einander verbinden, keineswegs 
aber vor Gerichte zur völligen Legitimation 
hinreichen, sondern sie muͤssen erst von saͤmmt¬ 
lichen darzu gehörigen Personen, an Gerichts= 
Stelle, nochmahls wiederhohlet und bekräfti= 
get worden seyn. Es muß einem solchen blos= 
sen Besitzer die Besichtigung und Bau=Be= 
willigung inzwischen nothwendig versaget 
werden, weiln die Obrigkeit wissendlich ihme 
nicht erlauben kann, eine Veränderung an 
demjenigen Grundstuͤcke vorzunehmen, dessen 
Eigenthümer annoch ungewiß ist. Folglich 
werden dergleichen Haͤuser auch in ihrem Al¬ 
terthume verbleiben und mit bloßen Repari= 
ren 
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— 
NIVERSTTAT 
DF 
europäische Rechtsgeschichte 
TÜBINGEI
	        
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