Full text: ¬Der Curieuse Juriste, welcher seine Gedancken über einige Lehr-Sätze aus denen Geist- und Weltlichen Rechten eröffnet, solche nach der Wahrheit und Vernunfft beurtheilet und Denen gelehrt- und ungelehrten Liebhabern der Rechte mittheilet (Comm. 2 (1745))

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X.Gedancken, ob die Testamente 
dem Aberglauben, Haß, Neid, Zorn und 
andern Lastern ihren Ursprung genommen. 
a) S. THOMASIUM in diss. de orig. Success. te¬ 
stam. §. 52. seq 
b) in diss. cit. §. 5. 
§. III. 
Es ist auch nicht zu läugnen, daß vie¬ 
le Betruͤgereyen dabey gespielet, und mehr 
Verdruß und Unlust, als Freude und Ver¬ 
gnuͤgen dadurch erwecket werde, zumalen 
wann arme Freunde wahrnehmen muͤssen, 
daß sie uͤbergangen, einen Fremden darge¬ 
gen alles uͤberlassen worden, wordurch es 
dann beschiehet, wie ich selbsten zum oͤfftern 
gehoͤrt, daß jene den Verstorbenen lieber alle 
höllische Marter, als die ewige Seeligkeit an¬ 
zuwunschen pflegen. 
5. 1v. 
Ferner muß man eingestehen, wie die¬ 
jenigen Freunde, so man in einem Testament 
theils uͤbergangen, theils nicht genugsam pro¬ 
spiciret, alle Gelegenheit hervor suchen des 
Verstorbenen letzten Willen zu entkraͤfften, ja 
gar vor närrisch anzugeben, und wie da= 
durch mehr Streit und Uneinigkeit als Fried 
und Eintracht gestifftet werde. Und wie 
viele Menschen werden nicht nur um das¬ 
jenige gebracht, was sie aus einem Testa¬ 
ment 
— 
UNVERSTAES. 
Max-Planck-Institut für 
BIBLIOTHEK 
HEIDELBERC 
DFC 
europäische Rechtsgeschichte
	        
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