Volltext : Litterarische Annalen der Rechtswissenschaften (Bd. 1 = St. 1-5 (1798/99))

114.
Man  dichtete  und  schob  unter  Lebensbeschreibungen =
  und  Wunderreisen  des  Pythagoras ¬
  und  Apollonius,  so  wie  die  Christen
ihre  Reisen  des  h.  Paulus  und  der  h.  Thekla,
und  der  falsche  Bochorus  das  Leben  des  heiligen ¬
  Johannes,  und  die  vielen  falschen
Evangelien.
So  lächerlich  selbst  die  alten  Philosophen
den  Glauben  an  Orakel  fanden,  so  sehr  nahmen
die  neueren  mit  Plutarch  und  Porphyr  sie
in  Schutz;  selbst  die  Christen  glaubten  daran.
Eben  der  gelehrte  Eusebius,  der  (praeparat.
Evangel.  1.  IV.)  *  erzählt,  daß  die  Peripatetiker, ¬
  Cyniker  und  Epikuräer  alle  Orakel  verworfen ¬
  haben,  nahm  im  5ten  Buche  desselben
Werkes  die  wirkliche  Einwirkung  der  Dämonen
bei  Orakel  und  Opfer  an.  Das  Nemliche
glaubte  Athenagoras  und  Tertullian.
Was  Ammonius  behauptete,  daß  jeder  Mensch
einen  eignen  bösen  Dämon  habe,  wollte  Eusebius =
  zu  einer  Mosaischen  Lehre  machen.
Tu  autem  illud  semper  prope  teneas,  Peripateticos,  Cynicos -
  atque  etiam  Epicuraeos  graecos  homines  atque
philosophos,  et  graeciae  moribus  a  pueris  educatos  et
inquisitioni  veritatis  deditos  oraculorum  responsa
omnia  tanquam  inania  contempsisse.  (EUSEB.  praepar. ¬
  evang.  I.  IV.  c.  2.)
            
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