Full text: Annalen der deutschen und ausländischen Criminal-Rechts-Pflege (Bd. 13 = N.F. Bd. 1,1/2 = H. 25/26 (1832))

über gegen Ausländer zu erkennende Arreste und Particular-Concurse, 
über die Art der Zulassung von Ausländern zum Armenrecht, in den 
einzelnen europäischen Staaten bestehenden Gesetze, Observanzen und 
Staatsverträge auszuarbeiten, und, neben Entwickelung der allgemeinen 
Grundsätze, einen wörtlichen Abdruck der betreffenden Staatsraaträge 
und Gesetze zu liefern. 
Ich konnte mich nicht, auf Deutschland, beschränken, weil die 
Kenntniß der Gesetzgebung der angrenzenden europäischen Staaten nicht 
minder ein Bedürfniß war. 
Die Hauptschwierigkeit des Unternehmens liegt in Herbeischaffung 
der Materialien. In vielen Staaten fehlen ausdrückliche Vorschriften 
und Alles beruht alif Observanzen. Selbst viele Gesetze und Staats¬ 
verträge sind dem größeren Publicum unbekannt geblieben. 
Nicht aus den vorhandenen literärischen Arbeiten, nur von den 
Staatsregierungen selbst, konnte daher diese Lücke ausgefüllt werden. 
Ich habe deshalb mehrere Justiz-Ministerien und Gesandschaften 
um Mittheilungen gebeten. Der Erfolg war über alle meine Erwar¬ 
dung günstig, indem ich von den obersten Behörden, von den Bun¬ 
tesgesandschaften oder von höheren Staatsbeamten die nöthige Aus¬ 
kunft über nachfolgenden Staaten erhielt: 
Anhalt=Dessau und Bernburg, Baden, Bayern, Braun¬ 
schweig, Brymen, Dängmayk, Framifurng Frank¬ 
reich, Hannover, Großherzogthum Hossen, Hohenzol¬ 
lern=Sigmaringen, Holstein und Schleswig, Lippe=Detmold 
und Bückeburg, Mecklenburg=Strelitz und Mecklenburg¬ 
Schwerin, Nassau, die Niederlander Norwegen=Oest¬ 
reich, Oldenburg, Reuß ältere und jüngere Linie, Kö¬ 
nigreich Sachsen, Sachsen=Weimar, Coburg, Gotha, Mei¬ 
nungen und Altenburg, Schwarzburg-Rudolstadt und Son¬ 
dershausen, Schweden, die verschiedenen Cantons der Schweiz 
und Würtemberg. 
Von dem Königreich Preußen ist mir durch das königliche Justiz¬ 
ministerium die nahe Mittheilung von Materialien zugesichert, und zu 
derselben Mittheilung von den Herren Gesandten von Rußland und 
Großbrittanien am Berliner Hofe, resp. bei der Hohen deutschen Bun¬ 
desversammlung Hoffnung gemacht worden. Ebenso, wurde mir die 
Einsicht der, über Particulargesetze sehn reichhaltigen Bibliothek des 
Bundestags gestattet. 
Diese verschiedenen Maßregeln setzen mich in Stand, von den 
Leutschen Staaten die m glichste Vollständigkeit und die Mittheilung 
von vielen bisher unbekannöten Nachrichten zu versprechen. 
Nicht dieselbe Vollständigkeit aber wird meine Arbeit in Bezug 
auf die übrigen europäischen Staaten haben. 
Besonders bietet der Süden von Europa, Italien, Spanien und 
Portugal, in Erlangung solchen Materialien die größten Schwierigkei¬ 
ten dar. 
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Alles aber, was die angestrengteste Thätigkeit und eine in allen 
Richtungen isich verbreitende Correspondenz hinsichtlich dieser entfernte¬ 
ren Staaten leisten kann, wird angewandt. 
Auch bin ich so glücklich, bei meiner Unternehmung die kräftige 
Untersützung der bisherigen Schriftsteller über die bemerkten Gegen¬ 
Max-Planck-Institut für 
DFG 
europäische Rechtsgeschichte
	        
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