Full text: Annalen der deutschen und ausländischen Criminal-Rechts-Pflege (Bd. 13 = N.F. Bd. 1,1/2 = H. 25/26 (1832))

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Die Europäische Civilrechtspflege, in Bezie¬ 
hung auf die Rechtsverhältnisse der Ausländischen 
Partheyen vor den Gerichten der verschiedenen 
Staaten Europas, und die Vollstreckung auswär= 
tiger Requisitionen und Urtheile in bürgerlichen 
Rechtsstreitigkeiten, großentheils aus officiellen 
Mittheilungen dargestellt, von Dr. Wilh. von 
der Nahmer in Wiesbaden. Zwei Bände gr. 8. 
70—80 Bogen stark. 
(Subscriptionspreis für beide Bände 4 Rthlr. 
Künftiger Ladenpreis Rthlr. 6.) 
Dekanntlich leisteten die Gerichte derjenigen Staaten, welche zum 
früheren deutschen Reiche gehörten, sich gegenseitig Rechtshülfe, 
vollzogen fast überall in ihrem Gerichtssprengel, auf Requisition des 
erkennenden auswärtigen Gerichts, die in Civilsachen im Auslande ge¬ 
fällten Urtheile. Sie ließen die Insinuationen, Zeugen=Vorladungen 
rc. auswärtiger Gerichte an ihre Gerichtsuntergebenen gelangen, zwan¬ 
gen auch wohl vorgeladene Zeugen rc. sich vor dem auswärtigen Ge= 
richte zu stellen. Der Inländer wurde dem Bewohner eines auswärtie 
gen, deutschen Staates fast ganz gleich gehalten. 
Durch die Auflösung des deutschen Reichs, durch eingetretene 
Proceßreformen, so wie durch die Grundsätze des in vielen Gegenden 
herrschenden Codo Napoléon, der keinen Jnländer einem fremden Rich= 
ter unterwarf, dagegen Ausländer im Inlande zu belangen sehr erleich= 
terte, ist die Stellung der Gerichte der einzelnen deutschen Staaten zu 
den Gerichten anderer deutschen und benachbarten europäischen Staa= 
ten sehr verändert worden, und eine große Verschiedenheit in Vollzie¬ 
hung fremder Urtheile und Requisitionen entstanden. 
Viele Staaten isoliren sich immer mehr in civilrechtlichen Verhält¬ 
nissen, und veranlassen hierdurch Retorsionsmaßregeln; während andere 
durch Staatsverträge und Gesetze, die aus einer solchen feindlichen 
Stellung der Nachbarstaaten hervorgehenden Unzuträglichkeiten abzuwen= 
den bemüht sind. (Bergl. Archty für die eivilist. Praxis. 14 Bo. 
16 Heft. S. 84.) 
Für den Rechtsgelehrten, den Diplomaten, für den Practiker, wie 
für den Theoretiker, ist es von Interesse, ja man darf es sagen, ist es 
ein dringendes Bedürfniß, jene gegenseitigen civilrechtlichen Verhältnisse 
der einzelnen Staaten genau kennen zu lernen. 
Durch eigenthümliche Umstände zu Nachforschungen über diesen 
Gegenstand veranlaßt, habe ich mich entschlossen, eine Zusammenstel 
lung der, über Vollziehung auswärtiger Urtheile und Requistionen 
Max-Planck-Institut für 
europäische Rechtsgeschichte 
FG
	        
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