Full text: Hitzig's Annalen der deutschen und ausländischen Criminal-Rechtspflege (N.F. Bd. 37 = [3.F.] Bd. 67 = Jg. 1854, Bd. 2 (1854))

E. Literaturbericht. 
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weichung sind, und damit zugleich auch die Standpunkte beider Verf. 
sehr verschieden, indem Dr. S.die vorgeschlagenen Aenderungen zumeist, 
wo er sie mißbilligt, für nicht durchgreifend und nach allen Rücksich¬ 
ten zweckentsprechend findet, während Dr. M. seinerseits sich zumeist 
mit dem denselben zu Grunde liegenden Principe einer Zurückführung 
des Strafverfahrens auf geeignetere Grundlagen, als die jetzigen, 
nicht einverstanden zeigt. 
Es wird daher sowohl denen, die ein praktisches Interesse an 
der Thüringischen Gesetzgebung haben, als denen, welche sich über¬ 
haupt für Legislation und Doctrin des neuen Strafprocesses interes¬ 
siren, von Belang sein, beide Schriften mit einander in den einzelnen 
Punkten vergleichen zu können. 
Memorända der gerichtlichen Medicin, mit bes. 
Berücksichtigung der neuern deutschen, preußischen und rheinischen 
Gesetzgebung als Leitfaden zu seinen Verlesungen und zum Gebrauche 
für Aerzte und Juristen, bearbeitet von Fr. Wilh. Böcker, Dr. med. 
et chir., K. pr. Kreisphysikus und Privatdoctor d. Med. an d. Univ. 
zu Bonn. Iserlohn und Elberfeld, Bödeker 1854, XVI. und 350 
S. 8. 
Ein sehr zweckmäßig eingerichtetes Handbuch der gerichtlichen 
Medicin, welches in gelungener Kürze der Darstellung ein reiches 
Material sehr übersichtlich geordnet darbietet. Der Verf. giebt in 
der Hauptsache allerdings nur die Resultate des jetzigen Standes 
seiner Wissenschaft, fügt aber auch aus dem Schatze seiner Erfahrun¬ 
gen und Betrachtungen nicht weniges interessante Eigne hinzu.! Von 
den deutschen Gesetzgebungen haben wir außer der preußischen *) 
nur wenige berücksichtigt gefunden, indeß beeinträchtigt dies den Werth 
des Buchs deshalb nur wenig, weil der — ärztliche oder juristische 
Praktiker, der sich desselben bedient, mit der Gesetzgebung seines 
Landes jedenfalls anderweit bekannt sein muß und überhaupt hier 
weniger gesetzlichen, als wissenschaftlichen Raths sich erholen will. 
Wir können für diese Zwecke die Schrift vollständig empfehlen. 
*) Es ist uns unverständlich, wie der Vf. zu der seltsamen Rubricirung 
„deutsche, preußische und rheinische Gesetzgebung" auf dem Titel des Buches 
gelangt sein möge, da doch die preußische Gesetzgebung ein Theil der deut¬ 
schen, und die rheinische wieder theils ein Untertheil der ersteren, theis ein 
Theil der letzteren ist. 
Volage 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlin
	        
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