Full text: Hitzig's Annalen der deutschen und ausländischen Criminal-Rechtspflege (N.F. Bd. 29 = [3.F.] Bd. 59 = Jg. 1852, Bd. 2 (1852))

336 D. II. Zur Gesch. d. Strafrechtspfl. d. Der Militärd. als Strafart. 
allen öffentlichen Orten sehen. Zehn Jahre später kam er aber¬ 
mals nach Bremen, und sah, wohlgekleidet und wohlgerüstet, auf 
einem stattlichen Rosse, der Hinrichtung eines Franzosen zu, der 
weniger, als er, verbrochen und im Raufhandel seinen Gegner er¬ 
schlagen hatte, und um dieselbe Zeit, da er freigelassen werden 
mußte und stolzirend umherging, wurde eine arme, verlassene, ver¬ 
zweifelnde Kindesmörderin mit dem Schwert gerichtet, und nicht 
lange vorher Hanns Peters von Essen, weil er entwichenen Falsch¬ 
münzern behülflich gewesen, am Markt, vor dem Rathhause beim 
Roland, in einem großen Kessel lebendig in Oel gesotten. 
Hormayr: Taschenbuch für die vaterländische Geschichte. Jahrg. 
1843, S. 273, 274. Löbliche Justiz. 
d. 
Der Militärdienst als Strafart. 
Maximilian Franz, von Gottes Gnaden Erzbischof 
zu Köln, des heiligen römischen Reichs durch Italien Erzkanzler 
und Kurfürst rc. 
Auf die uns von verschiedenen Seiten her mehrmal geschehe¬ 
nen Anfragen: Ob wir nicht die, zu einer ausserordentlichen Geld¬ 
strafe verurtheilten Exzessiten zu Unsern Kriegsdiensten anzuwei¬ 
sen gnädigst entschlossen seyen? finden Wir Uns bei den jetzigen 
Zeit=Umständen bewogen, hierüber zu verordnen: daß die, wegen 
Nachtsschwärmereien, Schlägereien, Holz- und Wilddiebereien, 
Aschenbrennereien, auch wegen anderer Vergehungen zum Polizei¬ 
hause, oder einer hiemit verhältnißmäßigen Brüchtenstrafe qualifi¬ 
zirten Verbrecher, an statt solcher Strafen, künftig an Unser kur¬ 
fürstl. Militär, nach Masgabe des Excesses, auf drei, oder sechs 
Jahre abgegeben werden. — Wir befehlen daher Unserm Landdrost, 
und Räthen in Westphalen, Unsern Gerichten, und sammtlichen 
Unterherrn, in soweit es beide letztere betreffen mag, bei Abfassung 
der Urteile sich hiernach gehorsamst zu achten. Dann soll gegen¬ 
wärtige Verordnung zu jedermanns Nachricht von den Kanzlen 
verkündiget, und an den gewöhnlichen Orten angeheftet werden. 
Urkund dieses. Gegeben Bonn am 19. Mai 1794. 
Aus besonderm Sr. kurfürstl. Durchlaucht gnädig¬ 
stem Befehle. 
Vt. F. Graf von Nesselrode=Reichenstein. 
(L. S.) 
J. F. J. Guisez. 
oge 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlin
	        
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