Full text: Allgemeine juristische Zeitung (Jg. 3 (1830))

noch anzuführen, daß der Zweck dieser Blätter allseitige 
National Bewußtseyns und innern und äußern National¬ 
Und wie kann alles dieß geleistet 
freie Unterhaltung und Mittheilung über die wichtig¬ 
Lebens hinführe. 
sten Interessen unsers Rechtszustandes, auch eine nach¬ 
werden? Durch das Studium von Heften und Com 
sichtsvolle Aufnahme des Tones und der Sprache er¬ 
pendien allein wahrlich nicht, und wenn sie auch nod 
heischt, in welchem jeder das, was ihm auf dem Herzen 
so vortrefflich wären — nur durch das Studium unsers 
liegt, in der Erregung des Augenblicks ausspricht; 
Corpusjuris und seiner Hülfs- und Nebenquellen, aber 
vorausgesetzt, daß die Schranken der Schicklichkeit und 
durch ein Studium mit Lust und Liebe, mit offener 
Verständlichkeit nicht überschritten werden. Durch die 
Sinnen und empfänglichem Gemüthe für rechte Meister¬ 
schaft in unserm Fache. Schon früher einmal hat Unter¬ 
Gewährung dieser erbetnen wohlwollenden Nachsicht und 
zeichneter bei Gelegenheit von Vereinigungsversuchen an¬ 
humanen Toleranz von Seiten der verehrten Leser dieses 
scheinend widersprechender Stellen unsers Corpusjuris in 
Blattes würde jeder den Vortheil gewinnen, daß er 
diesen Blättern bemerkt, daß in jener Hinsicht das Studium 
sich bald, statt in einer langweiligen, steifen, pedanti¬ 
schen Gesellschaft, in einem gemüthlichen Kreise Deut¬ 
des Corpusjuris dem Lesen in der heiligen Schrift vergli¬ 
scher Männer erblicken würde, die in muntern und 
chen werden könne, und daß wir jetzt für jenes dasselb 
ernsten, wichtigern und unwichtigern Gesprächen nach 
geltend machen müssen, was einst Luther für dieses 
Lust und Laune des Augenblickes sich auf eine beleh¬ 
im Gegensatze mit all den heiligen und unheiligen 
rende und erheiternde Weise unterhielten und ihnen 
Schriften anderer Art, welche die Haupt- und einzig 
selbst unbemerkt mannigfach auf Sitte und Ansicht der 
Lebensquelle verdrängt hatten. Auch jetzt möchten wir 
Zeit dadurch belebend einwirkten. 
auf diese Vergleichung wieder zurückkommen, und selbst¬ 
Elvers. 
eignes Studium unsers Corpusjuris unsern Richtern 
ebenso dringend anempfehlen, wie jener große Glaubens¬ 
Correspondenz= und Zeitungsnachrichten. 
beld, wenn er in einer solchen Zusammenstellung über 
Berlin. Dem Prof. der Rechte Dr. Albrecht zu Königs¬ 
haupt aufgeführt werden darf, den Predigern und 
berg ist, um dem an ihn ergangenen Ruf an die Universität zu 
allen Laien einst die Lectüre der heiligen Schrift em¬ 
Göttingen zu folgen, die nachgesuchte Dienstentlassung von des 
pfahl. Soll doch der Richter nicht minder ein gerech¬ 
Königs Majestät bewilligt worden.- 
tes, in der Wahrheit gegründetes Urtheil sprechen, als 
Zufolge einer im neusten Hefte der Jahrbücher für wissen¬ 
der Prediger das Wort Gottes lauter und rein ver¬ 
schaftliche Kritik mitgetheilten FrequenzListe der Preußischen Uni 
kündigen! Und dürfen die in praktischem Ansehen und 
versitäten war die Zahl der in der juristischen Facultät im Win¬ 
ter Semester 1828 — 29 Studirenden: in Berlin von 1752 Stu¬ 
Beruf stehenden Rechtsgelehrten sich der unserer Zei 
direnden 610; in Bonn von 909, 215; in Breslau von 1129, 
obliegenden Reformation in rechtlichen Angelegenheiten 
371; in Greifswalde von 183, 40; in Halle von 1330, 239; 
sowenig entziehen, als einst die Kirchenhäupter der 
in Königsberg von 452, 164; auf den Preußischen Universi¬ 
kirchlichen Reformation sich entziehen durften! Geben 
täten überhaupt von 6154 Studirenden, 1639 Juristen. 
jene nicht bei Zeiten den erkannten innern und äußern 
Weimar. Der seit dem Frühjahre 1829 dahier gebildete Per¬ 
Bedürfnissen nach; so möchte es ihnen leicht wie diesen 
ein zur Beaufsichtigung und Besserung entlassener Sträflinge hat 
ergehen, d. h. sie würden ihr Ansehen und Vertrauen 
sich über das ganze Großherzogthum verbreitet und zählte bis zur 
Mitte des vorigen Monats 654 Personen aus allen Ständen. In 
beim Volke zu ihrem und gemeinem großen Nachtheile 
dem ersten Halbjahre seines Bestehens ist im Ganzen für 68 Per¬ 
verlieren! 
sonen die Sorge des Vereins in Anspruch genommen worden. 
Diese allgemeinen Betrachtungen über die Noth¬ 
Davon wurden einige mit Geld und Kleidern unterstützt, um in 
wendigkeit eines quellengemäßen Studiums des Römi 
die Fremde zu gehen, weil man hofft, daß sie in fremder Umge 
schen Rechts auch für unsere Praktiker mögen es recht¬ 
bung, wo die Erinnerung an ihr Vergehen ihrem Fortkommen 
fertigen, wenn fortan in diesen Blättern auf Anlei 
nicht hinderlich ist, eher vor neuen Fehltritten bewahrt bleiben 
tung zu einem solchen Studium sowie auf Kritik un¬ 
werden; andere erhielten im Lande Arbeit oder Dienste, zum Theil 
mit unterstützung aus der Casse des Vereines; mehrere Knaben 
serer herrschenden civilistischen Lehrgebäude vorzüglich 
wurden bei Handwerkern in die Lehre und Aufsicht gebracht. 
Bedacht genommen werden wird. — Schließlich ist 
Göttingen, in der Expedition der allgemeinen juristischen Zeitung. 
senno 
Max-Planck-Institut für
	        
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