Full text: Allgemeine juristische Zeitung (Jg. 3 (1830))

Allgemeine 
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lische Zeitun 
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Herausgegeben 
von 
Chr. Fr. Elvers, 
ord. öffentl. Prof. der Rechte in Rostock. 
—— 
Mittwoch, den 29. December 1830.- 
Dritter Jahrgang. Nr. 104. 
Von der Concurrenz der Geistlichkeit und des 
Patrone und Schirmherrn der Kirchen zu weltlichen Be¬ 
Patronates in der Gestattung einer außeror¬ 
schützern der Kirchen und des Gottesdienstes in ihnen be¬ 
dentlichen Benutzung der Kirchengebäude. 
stellt sind, so nicht minder die bei demselben angestellten 
Geistlichen zu ihren geistlichen Beschützern und Vertretern. 
Als Diener des Herrn haben sie nach geistlichen Rechten 
Die Kirchen sind bekanntlich weder Eigenthum des Staa¬ 
auch darüber zu wachen, daß in dem Hause des Herrn 
tes, noch der Gemeinden oder Patrone, sondern — dem ge¬ 
nichts vorgenommen werde, was seiner Bestimmung zuwi¬ 
wöhnlichen menschlichen Verkehr und seinen Rechten entzo¬ 
derlaufe und der Erbauung der Gemeinden nachtheilig seyn 
gen — gehören sie niemanden an, als sich selbst und ihrer 
könnte. In dieser Hinsicht haben sie von dem Patronate 
durch die Kirchenverfassung gesicherten Bestimmung. Diese 
nur Schutz und Beistand, nicht feindlichen Angriff zu er¬ 
Bestimmung spricht sich schon in dem Namen derselben als 
warten. Geistlichen und Patronen, beiden ist das Haus 
Kirche, ro ov, Haus des Herrn, aus. Sie sind al 
des Herrn und seine Heilighaltung gleichmäßig anvertraut; 
lein dem Dienste des Herrn, der Verkündigung seines Wor¬ 
beide haben gleichmäßig darüber zu wachen. Sobald aber 
tes, der Erbauung der Seelen — überhaupt den höhern 
ein Zweifel entsteht, ob etwas der Heiligkeit und Bestim¬ 
geistigen und christlichen Zwecken gewidmet, und zwar in 
mung des Ortes Eintrag thue, oder nicht; so hat die Geistlich¬ 
der Art und Weise, wie der christliche Gottesdienst sich bei 
keit ihrer Natur nach hierüber vorzugsweise zu entscheiden. Sie 
uns gebildet und in den Kirchen seinen localen Halt- und 
ist ja vorzugsweise vom Herrn und von der Kirchengemeinschaft 
Mittelpunkt gefunden hat. — Wenn nun physische oder 
zur Predigt und Verwaltung des Wortes berufen; sie muß 
juristische Personen durch Fundationen von Kirchen in alter 
daher auch vorzugsweise darüber entscheiden, was diesem 
Zeiten PatronatsRechte über dieselben erworben haben; 
nachtheilig oder förderlich sey; so daß das weltliche Patro¬ 
bestehen diese weder in Eigenthumsrechten, noch in den Be¬ 
nat in allen geistlichen Sachen sich dem Urtheile der Geist¬ 
fugnissen, die Kirchen wieder für immer oder temporär ih¬ 
lichkeit unterwerfen muß. -- Dieses ist nun aber vorzugs¬ 
rer gottesdienstlichen Bestimmung zu entziehen; sondern nur 
weise da der Fall, wo ein außerordentlicher, zum regelmä¬ 
in dem Rechte, sie ihrer Bestimmung zu erhalten und sie 
ßigen Gottesdienste nicht gehörender Gebrauch der Kirchen 
gegen jeden Mißbrauch zu schützen, zu welcher Haupt- und 
in Frage steht, der durch keinen eigentlichen Nothstand, wie 
Grundbedeutung des Patronates nur einzelne durch Funda¬ 
Kriegs- und Feuersgefahr, herbeigeführt wird. Was nun 
tionsGesetze oder Herkommen speciell nahmhaft gemachte 
einen solchen Gebrauch betrifft, so ist zunächst auch hierbei 
Befugnisse hinzukommen. — 
nicht zu übersehen, daß die Patrone nicht Herren der Kirchen 
So wie aber die weltlichen 
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Max-Planck-Institut für
	        
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