Full text: Allgemeine juristische Zeitung (Jg. 3 (1830))

Allgemeine 
urisische Zeitung. 
Herausgegeben 
o n 
Chr. Fr. Elvers, 
ord. öffentl. Prof. der Rechte in Rostock. 
*X+- 
Sonnabend, den 27. November 1830. 
Dritter Jahrgang. Nr. 9H. 
Wanderungen im Gebiete der neusten juristi¬ 
Gelehrtensprache diesen Zusammenhang geschwächt und fast 
gänzlich aufgehoben. Freilich ist durch die kritische Zeitschrift 
schen Literatur. 
für ausländische Jurisprudenz ein vielversprechender Anfang 
für die Wiederherstellung dieses Zusammenhanges gemacht; 
17. 
allein die Hauptsache wird immer seyn, das Bewußtseyn 
Encyclopaedia juris per Europam communis in 
des gemeinsamen Grundes, der gemeinsamen Rechtsquellen 
usum auditorii adumbrata a Theod. Schmalz, a con- 
und Literatur wieder hervorzurufen, und in dem, wo wirk¬ 
filiis Iust. intimis etc. Editio tertia, latina prima. 
lich eine innere Gemeinschaft ist, auch mit gemeinsamen 
Berol. et Posnaniae, 1827. 
Kräften wieder zu arbeiten; wie dieß z. B. in neuern Zeiten 
Wir führen hier noch nachträglich diese neuste Lateinische 
hinsichtlich des Römischen Rechtes und des Handelsrechtes 
Ausgabe der Encyclopädie des Hrn. Geheimenrathes Schmalz 
in Frankreich und Deutschland geschehen ist. — Schon des¬ 
an, um auf die ihr zum Grunde liegende so richtige und 
halb ist es angemessen, das uns allen Gemeinsame in einer 
doch so sehr vernachlässigte Idee eines gemeinen Europäischen 
allen Völkern gleichmäßig zugänglichen Sprache hervorzuhe¬ 
Rechtes aufmerksam zu machen. Wir vergessen in unserm 
ben und geltend zu machen. Besonders eignet sich dasselbe 
heutigen RechtsStudium zu häufig, daß nicht bloß die all¬ 
aber zur ersten Einleitung für den Anfänger, weil dieser 
gemeinen natürlichen Rechtsbegriffe und deren Entwicklung 
dadurch auf den gemeinsamen historischen und wissenschaftli¬ 
früher durch Christenthum und Römisches Recht später durch 
chen Standpunkt gestellt wird, und das Eigenthümliche der 
die neuere Cultur und Literatur, nebst dem Völkerrechte 
Heimath und des geltenden Rechtes später desto leichter und 
den heutigen Europäischen Völkern gemeinsam sind, sondern 
richtiger erkennen kann. Aber nicht nur beim Römischen 
daß wir auch im Positiven wenigstens eine gemeinsame Grund¬ 
und canonischen Rechte wird man schon mehr oder minder 
lage im Betreff des Römischen, canonischen und Germani¬ 
von selbst auf diesen Standpunkt geführt; auch beim Ger¬ 
schen Rechtes haben, und daß schon die gehörige Berück¬ 
manischen Staats- und PrivatRechte wird er sich ganz be¬ 
sichtigung der Quellen und der Literatur eines Faches uns 
sonders als zweckmäßig empfehlen, da grade in dieser grö¬ 
immer wieder auf die benachbarten, und selbst auf entfernte 
ßern Allgemeinheit sich die Kraft und Bedeutung unsers Ger¬ 
Länder hinweist. — Und wie sehr ward nicht früher im Civil¬ 
manischen am Deutlichsten zeigen läßt, wie z. B. der freien 
Recht und canonischen Rechte dieser Zusammenhang anerkannt, 
Dorf= und Markgenossenschaften, des Lehnwesens, der Re¬ 
und welche reiche, allen Europäischen Völkern gemein¬ 
galien u. s. w. Indem dem Anfänger ein solcher weiter 
same Literatur ist daraus hervorgegangen. Später hat schon 
und doch durch die Einheit der Institute nicht verwirrender 
das Aufgeben der Lateinischen Sprache als die gemeinsame 
Blick über ganz Europa und selbst über Nord- und Süd¬ 
Max-Planck-Institut für
	        
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