Full text: Allgemeine juristische Zeitung (Jg. 3 (1830))

Allgemeine 
Zeitung. 
stische„ 
uti 
Herausgegeben 
po n 
Chr. Fr. Elvers, 
ord. öffentl. Prof. der Rechte in Rostock. 
—— 
Dritter Jahrgang. Nr. 9. 
Sonnabend, den 30. Jan. 1830. 
rend ihrer Schwangerschaft, seinen Dienst und beschickte 
Ist der Adulter, welcher ein Schweiggeld 
ihn nun, durch dritte Personen, wegen einer Abfin¬ 
bewilligt, deßhalb strafbar? 
dung, die er ihr leisten sollte. Es kam deßhalb zwi¬ 
schen beiden auch eine Uebereinkunft zu Stande, ver¬ 
Die civilrechtlichen Wirkungen solch einer Zu¬ 
möge deren B. an die R. 25 Rthlr. baar bezahlte, und 
sage sind im Jahrgange 1828 dieser Zeitung Nr. 47 
noch ebensoviel nach Verlauf eines Jahres ihr zu geben 
besprochen, und es ist in den Noten eine Meinung 
sich anheischig machte. In dieser Beziehung sind von 
vertheidigt worden, welche der Einsender seitdem aus 
Beiden Urkunden (S. unten) einander gegenseitig aus¬ 
dem Standpunkte des Römischen Rechts noch weiter 
gestellt worden; auch hat B. eingeräumt, daß er nur 
begründet gefunden hat a) in einem Schöppenstuhl¬ 
unter der Bedingung zu Bezahlung von 50 Rthlr. 
erkenntniß aus Halle (oder Helmstädt?), gefällt 
Abfindung sich verstanden habe, daß die R. ihn nicht 
im J. 1799, und bestätigt in zwei folgenden Instan¬ 
als ihren Schwängerer angebe. Er setzte aber hinzu, 
zen, bei Assall und Semler, Blätter für Juris¬ 
daß dieselbe ihm solches zuvor habe antragen lassen." 
prudenz in den Herzogl. Sächs. Schwarzburg. und 
„Nicht minder versichert B. (in Uebereinstimmung 
Reuß. Landen, Jena, B. 1, H. 9. 1800. S. 779 fg.- 
mit einem freilich ohne Eid hierüber deponirenden 
b) in Busch Darst. der Rechte geschwächter Frauensp. 
Ilmenau, 1828. S. 143 fg. 
Zeugen), daß er, einige Tage nach abgeschlossenem 
Vergleich, der R., damit sie ihre Leibesfrucht nicht 
Geleitet von dem sicher nicht trügenden Gefühl, 
abtreibe, habe sagen lassen, ihre Schwangerschaft anzu¬ 
für Moralität nach Kräften zu streiten, 
geben (bei Gericht), welches sie denn auch gethan und 
unternimmt es der Einsender, einen Rechtsfall, wobe 
ihn als ihren Schwängerer gerichtlich genannt, sowie 
die criminelle Seite jenes Verhältnisses in Frage 
auch er solches eingestanden habe." 
war, aus demselben Lande, wo der vorige sich ereig¬ 
„Die Acten des LocalGerichts bestätigten diese An¬ 
nete, dergestalt mitzutheilen, daß er den Urtheilsgrün¬ 
zeige und Geständnisse, nebst der, wegen des einge¬ 
den des nämlichen Justizcollegiums (das mit obigem 
räumten Ehebruchs, darauf erfolgten Fällung eines 
Zwecke diese außerdem vielleicht unschickliche Polemik 
Straferkenntnisses wider B." 1). 
gewiß entschuldigen wird) kleine Anmerkungen ebenfalls 
beifügt. 
1) Gegen die R. konnte keine Strafe verhängt werden, weil 
„B. hat im J. 1826, als er bereits verehlicht 
das Landesgesetz v. J. 1786 sagt: „Die Strafe des einfachen 
war, mit seiner Dienstmagd R. ehebrecherischen Umgang 
„Ehebruchs wird auf zwölf Thaler gesetzt, welche, nebst sämmt¬ 
sich zu Schulden kommen lassen, wovon diese schwanger 
„lichen Kosten, der Stuprator für die Geschwächte (mit) zu 
worden zu seyn versichert. Sie verließ nachher, wäh¬ 
„bezahlen hat." 
Max-Planck-Insti
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer