Full text: Allgemeine juristische Zeitung (Jg. 3 (1830))

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einen Tadel, sondern nur als eine Aufforderung angesehen 
dringen, desto mehr wird sich dieses auch in der systemati¬ 
wissen, sich auch hinsichtlich des Systems nicht durch die 
schen Anordnung desselben äußern, und desto eher sind wir 
bequemen Ruhepolster des einmal Hergebrachten, welche die 
auch im Stande, die Anordnungen der Alten richtiger zu 
Wissenschaft nie anerkennen darf, verlocken, und durch das 
würdigen; wie sich dieses u. a. neulich in Tigerströms 
Geschrei gegen ein angebliches Haschen nach Originalität sich 
Geschichte der Pandecten bewährt hat. Wenn daher auch 
vom Sehen mit eignen Augen nicht abschrecken zu lassen. Wer 
das gewöhnliche SystematisirungsGeschäft ein höchst über¬ 
sich bewußt ist, nur der Sache zu huldigen, und gern jede 
flüssiges und unersprießliches genannt werden muß, und der 
fremde Darstellung anzuerkennen, die dieser entspricht, braucht 
Verf. eines der neusten Grundrisse (Blume, Grundriß 
sich durch ein solches Geschrei nicht irre machen zu lassen. — 
des PandectenRechts. Halle, 1829.) nicht unrecht hat, 
wenn er in seiner Vorrede bemerkt, „daß auf einen flüch¬ 
„tigen Blick hin das elendeste Fachwerk dem correctesten 
Ist der einzelne Concurs Gläubiger an den, von 
„Systeme so ähnlich erscheinen kann, daß jeder unreife 
der Mehrzahl der Gläubiger mit einem dritten 
„Kopf es auch ohne besondere Dreistigkeit darauf wagen 
geschlossenen Vergleich gebunden? 
„mag, sich so früh wie möglich durch eine Arbeit dieser 
„Art gleichsam als selbstständiger Docent zu legitimiren;" 
Dem Corps der Gläubiger steht bekanntlich nach erkann¬ 
so ist dieses Geschäft in einem höhern Sinne äufgefaßt doch 
tem Concurs, unter der Leitung und Oberaufsicht des Con¬ 
von sehr großer Bedeutung. Nur möchten wir, daß ein 
cursGerichtes, die Zusammenbringung und Berichtigung der 
wahrhaft wissenschaftliches System des Römischen Privat¬ 
Masse zu, mag dieses nun unter Beihülfe eines Curator 
Rechts nie bloß nackt hingestellt, sondern aus inneren 
bonorum geschehen oder nicht *). Hierhin gehört nun aber 
und äußern Gründen im Allgemeinen und Einzelnen 
vor allen auch die Ausgleichung streitiger Rechtsverhältnisse 
gerechtfertigt und in seiner Wahrheit und innern Noth¬ 
mit Dritten, oder die Beseitigung kostspieliger und langwie¬ 
wendigkeit anschaulich gemacht würde. In dieser Hinsicht 
riger Processe durch zweckmäßige und vortheilhafte Ver¬ 
verdienen besonders die Bemühungen von Burchardi 
gleiche **). Ist nun ein solcher Vergleich vom Corps der 
(Grundzüge des RechtsSystems der Römer aus ihren Be¬ 
Gläubiger mit einem Dritten gültig abgeschlossen und na¬ 
griffen von öffentlichem und PrivatRecht entwickelt; und 
mentlich vom ConcursGerichte bestätigt, so ist derselbe auch 
System des Römischen Rechts im Grundrisse) selbst dann 
für sämmtliche Gläubiger verbindlich, so daß dem Einzelnen 
die vollständigste Anerkennung, wenn man nicht bloß hin 
nicht gestattet werden kann, den von der Gläubigerschaft 
und wieder im Einzelnen, sondern auch in den leitenden 
aufgegebenen Proceß, in seiner Eigenschaft als protestirendem 
Hauptgesichtspunkten seinen Ansichten nicht beitreten kann. 
Gläubiger wieder für sich aufzunehmen. Wäre dieß überal 
Auch der Verf. des oben erwähnten Grundrisses hat in einer 
rechtlich möglich, so wäre an einen der Masse und den Ge¬ 
ausführlichen Vorrede das Eigenthümliche seines Systems in 
sammtInteressen auch noch so günstigen Vergleich nicht leicht 
der Kürze eigens gerechtfertigt, jedoch nur insofern es von 
zu denken, so lange auch nur ein Gläubiger hartnäckig 
dem heutigen Hugo=Heiseschen Systeme, wie es im Heise¬ 
seine Einwilligung in den Vergleich verweigerte, da in sol¬ 
schen Grundriß vorliegt, abweicht. Können wir es gleich 
chen Fällen dem Dritten der ganze Vergleich in der Regel 
an sich nur billigen, wenn auf herrschende Ansichten und 
nichts nutzen würde. — Allein auch abgesehen von diesem, 
Grundsätze der Gegenwart in wissenschaftlichen Arbeiten vor= 
eine anderweitige Rechtsbestimmung wesentlich erfordernden 
zügliche Rücksieht genommen wird, so darf dieß nach unse¬ 
factischen Umstande, finden wir im gemeinen Rechte die ent¬ 
rer schon oben ausgesprochenen Ueberzeugung doch nur so 
schiedensten Gesetzesstellen, denen zufolge in allen, der Ent¬ 
geschehen, daß daraus kein Accomodationssystem hervorgeht, 
scheidung der Gläubiger als solcher unterworfenen Verhält¬ 
und daß das Wichtigste, der eigne freie unmittelbare Blick 
nissen die major Pars entscheiden soll, woraus von selbst 
in das Römische Rechtsleben, nicht verloren geht. Und in 
die Pflicht für die Minorität hervorgeht, sich deren Ent¬ 
dieser Hinsicht müssen wir gestehen, daß uns der genannte 
Grundriß, ungeachtet seiner relativen Vortrefflichkeit, nicht 
*) Schweppe, Darstellung der Lehre vom Concurse. 2. Ausg. 5 55. 
genügt, und daß wir von seinem berühmten Verfasser ein 
*) S. a. Hagemann, praktische Erörterungen, B. 6. N. 72 
Mehreres erwartet hätten. Doch möchten wir dieß nicht als 
Max-Planck-Institut für
	        
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