Full text: Allgemeine juristische Zeitung (Jg. 3 (1830))

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nun gleich bestimmte Stellen über die hier in Frage stehen¬ 
Gläubiger nichts versprochen hatte und nur durch ein, den 
den Befugnisse des Bürgen als Mandator, so lassen sich 
Bürgen allein verpflichtendes Negotium stricti juris mit 
diese doch mit Sicherheit aus der Natur des Mandates er¬ 
diesem in Verbindung stand. Auf diese Weise erklärt sich 
örtern. So würde z. B. der Fall, da jemand einem An¬ 
die 1. 62. D. 46. 1., de fidejussoribus et mandatoribus, 
dern aufgetragen, einem Dritten Geld zu leihen und später¬ 
wo es vom Juristen Scaevola heißt: „Si fidejussor credi¬ 
hin die Aufforderung hätte ergehen lassen, den Schuldner zu 
tori denunciaverit, ut debitorem ad solvendam pecu¬ 
mahnen, dieses aber von Seiten des Gläubigers nicht ge¬ 
niam compelleret, vel pignus distraheret, isque ces¬ 
schehen wäre, falls nunmehr der Gläubiger wegen des ver¬ 
saverit ; an possit eum fidejussor doli mali exceptione 
lorenen Capitals gegen den Mandator als Intercedenten klag¬ 
summovere? Respondit, non posse". Da diese Ent¬ 
bar würde, unbedingt dahin entschieden werden müssen, daß 
scheidung von selbst aus der Natur der Negotia stricti ju¬ 
dem Bürgen nach der Natur des Mandates, als eines Ne- 
ris hervorging, so bedurfte sie auch keiner weitern Rechtfer¬ 
gotium bonae fidei, die Exceptio doli gegen die Klage 
tigung. 
des Gläubigers zustehe, vorausgesetzt nur, daß der Gläubi¬ 
Bezieht man nun diese Grundsätze auf die jetzt zur Be¬ 
ger seine Befriedigung vom Hauptschuldner hätte erlangen 
antwortung vorliegende Frage, so kann es nicht im Minde¬ 
können, wenn er auf die ergangene Aufforderung tempestive 
sten zweifelhaft seyn, daß, wenn auch der Bürge eines Kas¬ 
gemahnt hätte. — Wenden wir dieß auf die jetzt zur Be¬ 
senbeamten den Kassenherrn vergeblich aufgefordert hatte, den 
urtheilung vorliegende Frage an, so unterliegt es, nach dem 
Erstern gehörig zu controlliren, er dennoch im Falle einer 
Gesagten, keinem Zweifel, daß, wenn der für einer Kassen¬ 
wider ihn erhobenen Klage dem Kassenherrn die Unterlassung 
beamten bei einer öffentlichen Kasse eingetretene Mandato 
der Controle nicht in der Exceptio doli entgegenstellen 
später verlangt hat, daß der Kassenherr, als Mandatarius, 
durfte. Wenn aber das Römische Recht eine solche Einrede 
die Rechnungen und den Kassenbestand des Kassenführers in= 
selbst dann nicht gestattete, wenn der Bürge den Gläubiger 
spiciren solle, dieß aber unterlassen worden ist, einer von dem 
vorher zur Controle besonders aufgefordert hatte; so konnte 
Kassenherrn etwa angestellten Klage gegen den Mandator, 
dieß noch viel weniger dann der Fall seyn, wenn eine solche 
die Exceptio doli mit Erfolg entgegengesetzt werden könne. 
vorgängige Aufforderung gar nicht eingetreten war; indem 
Allein es bedarf sogar dieser Aufforderung von Seiten des 
die Pandekten in der allegirten Stelle selbst auf die bloße 
Mandators gegen den Kassenherrn, als Mandatarius, dann 
Frage über die Zulässigkeit der Exceptio doli nur durck 
nicht, wenn der Kassenbeamte bei einer, mit einer bestimm¬ 
die vorgängige Aufforderung von Seiten des Bürgen geführt 
ten Organisation schon bestehenden Kassenverwaltung ange= 
werden, keinesweges aber solche aus einer etwa ipso jure 
stellt worden ist, weil ja der Mandator voraussetzen durfte, 
eintretenden Verpflichtung des Gläubigers herleiten. 
daß die zur Verhütung von Unordnungen und Unterschleif 
2. Ganz anders stellt sich aber auch nach Justinianei= 
vorgeschriebenen Sicherheitsmaaßregeln gegen die Kassenbeam¬ 
schem Rechte das Verhältniß des Bürgen zum Gläubiger 
ten schon von selbst auch gegen denjenigen Rechnungsführer 
dar, wenn Ersterer nicht als Fidejussor, sondern als Man¬ 
angewendet werden müßten, für welchen er eingetreten ist. 
dator erscheint, indem alsdann zwischen beiden wegen dee 
Jene Maaßregeln sind nämlich zur Abwendung des Peri 
s. g. Mandatum qualificatum ein Negotium bonae fidei 
culum getroffen, der Mandatarius aber ist in dem ganzen, 
besteht, folglich der Gläubiger alle Pflichten eines Manda¬ 
durch das Mandat veranlaßten Geschäftsverhältnisse verbun¬ 
tars und bonus vir gegen den Bürgen, als seinen Man¬ 
den, dem Mandator omnis culpa ratione periculi zu 
danten zu erfüllen hat. Hier beruhet z. B. die Obliegenheit 
prästiren, und so ergibt sich von selbst, daß der Kassenherr 
der KlagenCession nicht auf einem besondern Benesicium 
die gedachten Sicherheitsmaaßregeln gerade vorzugsweise und 
cedendarum actionum, sondern einfach auf der Natur des 
mit einer noch größern Diligentia, als er „suis rebus ad¬ 
Mandats; wenn schon die übrigen gesetzlichen Beneficia der 
hibere solet", gegen den, auf Empfehlung und Mandat 
Bürgen auch hier analog angewandt werden *). Fehlen uns 
des Andern angestellten Kassenbeamten geltend machen muß 
und daß der Mandator geschützt ist, sobald erwiesen werden 
kann, daß ein auch noch so geringes Versehen des Kassen¬ 
*) L. 13. D. 46. 1; L. 27. D. 17, 1; L. 13. C. 4; 18 ; Nov. 
herrn den Defect oder sonstigen Nachtheil veranlaßt habe 
4, c. 1. 
Max-Planck-Institut für
	        
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