Full text: Allgemeine juristische Zeitung (Jg. 3 (1830))

dieser Satz sowohl bei ältern, als auch insbesondere 
bei allen neuern Rechtslehrern aufgestellt. Eyben, de 
Factoribus, Diss. II. Cap. VII. §. 3. 7. Cap. VIII- 
§. 3. in seinen Scriptis p. 301. 302. 303. Müller 
ad Struvii Synt. Lib. XIV, Tit. 4. Thes. 39. Not. a. 
und No. VI. fin. Klaproth, Jurisp. Heuremat. 
T. II, §. 265. Thibaut's System, B. II, §. 874. 
Not. z. Bucher, das Recht der Forderungen, §. 82. 
Not. b, welcher hier sogar von einem Transitus localis 
spricht. Mühlenbruch, 1.c. Vol. I, §. 132. no. 2. 
Vol. III, §. 665. Not. 16. Seuffert, prakt. Pan- 
dekten Recht, B. II, §. 338. Schweppe, Röm. Pri¬ 
vat Recht, §. 493. Not. 1. Mackeldey's Lehrbuch 
des Röm. Rechts, §. 393. Not. a. Gensler, im Ar¬ 
chiv für die civilist. Praxis, B. 1. No. S. 395. Zu 
welchen außerdem auch noch Dabelow, Handb. des 
heut. PrivatR. B. II, §. 1290. Hofacker Princip. 
jur. civ. T.III, §. 2014. no. A. fin.; Weber's Er¬ 
läut. der Pand. B. I, §. 958. v. Wening-Ingen¬ 
heim, a. a. O. §. 211. Not. w. S. 425. gerechnet werden 
können. Unter diesen berufen sich die zuerst gedachten 
auf eine Stelle des Römischen Rechts, nämlich auf 
L. 15. §. 25. D. (19, 1.) de act. E. V., worin schon 
der oben angegebene Satz ausdrücklich enthalten seyn 
soll; während die vier zuletzt angeführten Rechtslehrer 
sich nur auf den Gerichtsgebrauch zu stützen scheinen. 
Allerdings dürfte dieses Letzte auch wohl das Rathsamste 
seyn, weil, wenn auch auf den ersten Anblick jenes 
Fragment den fraglichen Grundsatz anzuerkennen scheint, 
doch bei genauerer Betrachtung mancherlei Bedenklichkei¬ 
ten, welche das bei den Römern Statt findende Verhält¬ 
niß der Sache an die Hand gibt, dagegen eintreten. 
Eine Erörterung derselben würde uns aber offenbar zu 
weit von der Sache abführen (S. oben I.), und dürfte 
auch umso überflüssiger seyn, als anjetzo, das Resul= 
tat möchte ausfallen, wie es wolle, darauf nichts wei¬ 
ter ankommen kann, indem über das von der Praxis 
sanctionirte Verhältniß kein Streit und Zweifel mehr 
vorhanden ist. 
2) Setzen wir dieses nun als gewiß voraus; so 
ergibt sich daraus eine andere nothwendige Folge. Er¬ 
wirbt nämlich unter diesen Umständen der Mandant, 
in dessen Namen ein Anderer contrahirt hat, unbedingt 
Recht und Forderung gegen den dritten Contrahenten; 
so fällt auch von selbst in die Augen, daß nur der 
Mandant die Berechtigung, auf Erfüllung der Ver¬ 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
preusisc 
bindlichkeit klagen zu können, besitzt, nicht aber der 
Mandatar. Tritt daher in einem solchen Fall der Letz¬ 
tere als Kläger gegen den Contrahenten auf; so muß 
dieser, weil nur der Mandant als der wahre Gläubiger 
angesehen werden kann, und bekanntlich eine Zahlung 
an die unrechten Schuldner von seiner Verbindlichkeit 
nicht befreit, allerdings gegen den klagend auftretenden 
Mandatar sich schützen können. Aus diesem Grunde 
haben denn diejenigen Rechtslehrer, welche (wie Her¬ 
tius, de Obligatione mandantis et mandatarii con¬ 
templatione tertii, §. 8. in Diss. Vol. I, T. 3. p. 107.; 
Schmidt's Commentar über Klagen und Einreden, 
B. IV. §. 1042; Handbuch des bürgerl. Rechts in 
Deutschl. B. VII, S. 956; Prakt. Commentar über 
die Pandecten nach Hellfeld, B. IX, S. 534. no. 2.; 
Höpfner's Commentar, §.932. no. 2; Günther, 
Princ. jur. priv. T.II. §. 1008. no. I. fin.; Glück's 
Commentar, B. XV. S. 329. Not. 18.; Buchner, 
die Lehre vom Vollmachtsvertrage (Landsh. 1803. 8.), 
§. 103.; Kaufmann, die Rechtslehre von Contracten 
(Wien 1820. 8.) §. IX. Not. e.) dem dritten Contra¬ 
henten gegen des Mandatars Klage eine Exceptiò doli, 
oder, wie insbesondere Hertius sie nennt, Exceptio 
procuratoria gestatten, nicht Unrecht; wenngleich 
selbigen darin nicht beigestimmt werden 
kann, daß sie der Meinung sind, die 
ebengedachte Einrede sey für den ge¬ 
genwärtigen Fall schon im Römischen 
Recht begründet; denn die von einigen dieser 
Rechtslehrer, als Stütze ihrer Behauptung, angeführ¬ 
ten Pandectenfragmente handeln offenbar von ganz 
verschiedenen, hier nicht eintretenden Rechtsverhält¬ 
nissen. 
3) Vorstehendes ist auch einigen andern, in dieser 
Lehre anjetzo allgemein angenommenen Grundsätzen nur 
und allein angemessen; denn wenn Mühlenbruch 
in seinem Werke: Die Cession der Forderungsrechte, 
§. 14. Not. 235. S. 138, die ganz richtige Bemerkung 
macht: „daß heut zu Tage in allen Fällen, wo ge¬ 
„gen den Geschäftsherrn eine Klage zulässig ist, der 
„Geschäftsführer die Klage des Dritten wider ihn durch 
„die Exceptio doli entfernen könne;" so folgt aus 
dem gleichen Verhältniß der Partheyen nothwendig, 
daß auch umgekehrt der dritte Contrahent, in allen 
Fällen, wo er vom Geschäftsherrn verklagt werden 
kann, die Klage des Geschäftsführers durch die Ex¬
	        
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