Full text: Allgemeine juristische Zeitung (Jg. 3 (1830))

Allgemeine 
ulistische Zeitun 
Herausgegeben 
v o n 
Chr. Fr. Elvers, 
ord. öffentl. Prof. der Rechte in Rostock. 
X— 
Dritter Jahrgang. Nr. 4. 
Mittwoch, den 13. Jan. 1830. 
Rückblicke auf die Geschichte der Abfassung 
dener theoretischer und praktischer Juristen entworfenen 
Plan für die Bearbeitung sollte das Justinianeische Corpus 
des allgemeinen Landrechts und der 
juris zum Grunde gelegt werden, weil dasselbe einmal 
allgemeinen Gerichtsordnung für die 
subsidiarisch gelte, an und für sich das vollständigste und 
Preußischen Staaten. 
auch in den meisten seiner Entscheidungen dem Rechte 
(Schluß.) 
der Natur und der Billigkeit gemäß sey. Aus ihm 
Der GrößCanzler von Carmer schritt nun zu 
sollte ein ordentlicher, getreuer und vollständiger Aus¬ 
nächst zur ProceßGesetzgebung. Sein früherer Entwurf 
zug gemacht, und alsdann jede einzelne ausgezogene 
ward mit Berücksichtigung der Monita (namentlich der 
Materie speciell durchgearbeitet und mit den nöthigen 
von Rebeur) und der Materialien des Codex revisus 
Ergänzungen aus den Landesgesetzen und den zweck¬ 
umgearbeitet, verschiedenen angesehenen Juristen zur 
mäßigen Aenderungen versehen werden. Der erste 
Begutachtung mitgetheilt, und nach ihren Monitis 
Auszug, der wichtigste Theil der Arbeit, ward dem Re¬ 
verbessert, als erstes von der ProceßOrdnung handelndes 
ferendar Dr. Volkmar anvertraut. Diese Volkmar¬ 
Buch des Corpus juris Fridericianum durd 
schen Excerpte aus Institutionen, Pandecten und Codex 
das Patent v. 26. April 1781 publicirt, ohne daß der 
nebst den Bemerkungen und Ergänzungen des General¬ 
beabsichtigten schleunigen Reform wegen die Mo¬ 
fiscals Pachaly erhielt der AssistenzRath Klein, um 
nita der LandesJustizcollegien zuvor eingefordert wor¬ 
die eigentliche Fassung in Vorschlag zu bringen. In 
den waren. Jedoch wurden später für eine folgend 
Noten brachte Klein die Gründe bei, wenn Contro¬ 
Auflage die Collegien verschiedentlich zur Einsendung 
versen vorlagen, oder seine Vorschläge auf Abänderung 
ihrer Monita aufgefordert. — 
An diese Gerichtsord 
des seitherigen Rechts gingen. Diese Arbeit Klein's 
nung schlossen sich Reglements für das Pupillen-, Hy 
begleitete der GroßCanzler mit seinen Marginalien. 
potheken-, Canzley-, Registratur-, Deposital-, Spor- 
Nach dem Ganzen arbeitete nun Suarez den ersten 
tel- und andres CassenWesen an. 
eigentlichen Entwurf aus. Die eingekommenen Mo¬ 
Was die materielle Gesetzgebung betrifft; so war 
nita der GesetzCommission und einiger anderer Beamte 
man zunächst nur auf die allgemeine bedacht, die 
wurden von Suarez, mit einem Gutachten versehen, 
als zweiter Theil des Corpus juris Fridericianum *) 
dem GroßCanzler vorgetragen. Nach dessen Entschei¬ 
erscheinen sollte **). Nach dem mit Zuziehung verschie¬ 
dung wurde der Entwurf von Suarez neu umgear¬ 
*) Der König bemerkte: „Der Titel ist indifferent, wenn nu 
von Carmer mehrere praktische Juristen, nämlich Suarez, 
die Sache von Nutzen ist". 
Baumgarten, Pachaly, Kircheisen, Klein, Goßlar und der 
*) Bei der Ausarbeitung desselben wurden dem GreßCanzler 
Referendar Volkmar zugesellt. 
Max-Planck-Institut fi 
au seri
	        
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