Full text: Allgemeine juristische Zeitung (Jg. 3 (1830))

tigkeit der Zeit hat sich daher weder von Theorien einschüchtern 
vincialRechte sich auf gewisse Gegenstände einschränken, 
lassen, die ihre Competenz geleugnet, noch da zum Borgen sich 
und keine allgemeine und vollständige Rechtsregeln 
bequemt, wo eignes Leben auch eine eigne Hervorbringung er= 
laubte. Wie ein Volk seine Sprache spricht, wenn diese auch we¬ 
enthalten; so kann das seither gebrauchte Corpus juris 
niger wohlklingend als eine andere wäre; so ist es der Stolz eines 
civilis nicht außer Acht gelassen werden. Jedoch ist 
Volkes, seine Gesetze zu haben, und nach ihnen zu leben." „Wir 
stehen nun am Vorabend einer neuen Umarbeitung oder Umschmel= 
nur das Wesentliche, mit dem Naturgesetz und der 
zung unserer Gesetzgebung. Männer, die mit praktischer Einsicht 
heutigen Verfassung Uebereinstimmende aus demselben 
Gelehrsamkeit und redlichen Willen verbinden, sind durch das Ver= 
trauen des Königs zu dem wichtigen Werke berufen worden. 
zu abstrahiren, das Unnütze wegzulassen, das eigne 
Was von der großen Arbeit stehen bleiben wird, welche die Väter 
vollendeten, wie das Neue dem Alten sich einfügen und einordnen 
Landesgesetz gehörigen Orts einzuschalten, und so ein 
kann, ob zur größeren Fülle des Jnhalts auch die strengere Schärfe 
subsidiarisches Gesetzbuch anzufertigen, zu welchem der 
der Form sich mag gesellen lassen, ob die Lücken und Ueberflüssig= 
keiten, welche die Erfahrung angegeben, ihre Ausfüllung oder Be= 
Richter beim Mangel der ProvincialGesetze 
seitigung finden, ob endlich die vielfachen Bereicherungen, die uns 
recurriren könne. Dabei ist aber die CivilRechtsPolizey 
die Geschichte auch anderer Völker zugeführt, eine Berücksichtigung 
zu erwarten haben? — Diese Fragen sind es, welche das Vaterland 
nicht außer Augen zu lassen und dasjenige überall zu 
und vor allen seine Juristen beschäftigen". „Bei der Wichtigkeit 
berückchsitigen, was den Processen als unstreitigen Ue¬ 
dieser Gegenstände kann es daher nicht für unbescheiden gehalten 
werden, wenn sich auch die Theorie derselben bemächtigt: sie macht 
beln im Staate vorbeugen kann. 4) Für die Ausfüh¬ 
weder Anspruch auf unmittelbaren Erfolg, noch daß sie mit ihren 
rung dieses Werkes ist unter Vorsitz des GroßCanzlers 
Vorschlägen und Arbeiten gehört werde: sie bescheidet sich bloß, 
für sich zu seyn, und wenn sie es unternimmt, die großen Fragen, 
eine GesetzCommission anzuordnen, die stehent 
welche die Zeit erfüllen, auch vor das Forum der Wissenschaft zu 
bringen; so geschieht es, weil diese wesentlich allgemein ist, ihr 
seyn soll, um gutachtlich an den König berichtigen zu 
Allgemeinheit aber einbüßen würde, wenn sie keinen lebendigen 
können, wenn Verbesserung, Supplirung und Inter¬ 
Antheil an demjenigen nähme, was als das nächste Interesse be¬ 
trachtet wird". „Aus dem angegebenen Gesichtspunkte hat sich 
pretation nöthig würde, welches Alles den einzelnen 
der Unterzeichnete zur Herausgabe einer fortlaufenden und in Ab¬ 
Richtern, Collegien und StaatsMinistern zustehen soll. 
theilungen auszugebenden Schrift entschlossen, welche die Critil 
und Revision der verschiedenen Seiten der Preußischen Gesetzgebung 
(Schluß folgt.) 
zu ihrem Gegenstande haben soll. Ein Freund seiner Zeit und der 
Gegenwart überhaupt, hat der Unterzeichnete niemals begreifen 
können, warum die Rechtswissenschaft sich bisher so fern von derselben 
Correspondenz= und Zeitungsnachrichten. 
gehalten, und es vorgezogen hat, dem Gewesenen alle ihre Kräft 
Berlin, v. Dee. v. J. (Gans, Beiträge zur Revision der 
zuzuwenden. Unsere Zustände und Verhältnisse dürfen wenigstens 
Gesetzgebung). Jm Verlage der Buchhandlung von Dunker und 
ebensosehr darauf Anspruch machen, wissenschaftlich betrachtet zu 
Humblot hieselbst werden von Januar k. J. an, Beiträge zur 
werden, als das, was die entferntere Vergangenheit darbietet". 
Revision der Gesetzgebung, herausgegeben von dem Königlichen 
„Die angekündigte Schrift wird sich über das CivilRecht, wie 
Professor, Hrn. Dr. juris Gans, erscheinen, welche jährlich in 
über den Proceß, über das CriminalRecht und Staatsrecht ver¬ 
6 Abtheilungen geliefert werden, die zusammen einen Band aus¬ 
breiten; sie unterscheidet sich von den ehrenwerthen Arbeiten, die 
machen, dessen Preis sich auf 3 Rthlr. belaufen soll. Der Her¬ 
bereits über das Preußische Recht erscheinen, vornehmlich durch ihre 
ausgeber kündigt in der dieserhalb erschienenen Anzeige sein Un¬ 
beständige Hinsicht auf die Gesetzgebung; es sollen nicht sowohl 
ternehmen in folgender Weise an: „Es sind jetzt an die vierzig 
historische Abhandlungen, die das bestehende Recht aus sich erläu¬ 
Jahre, seitdem der Entwurf zu einem allgemeinen Preußischen 
tern, aufgenommen werden, als Urtheile über die Brauchbarkeit 
Gesetzbuche, der juristischen Welt nicht allein, sondern auch den 
oder Unbrauchbarkeit der heutigen Gesetzgebung. Das historische 
Kreisen weiterer Bildung, wie das Werk eines Schriftstellers vor¬ 
Moment ist nicht ausgeschlossen, aber zum erläuternden Mitte 
gelegt wurde, der um redliche Belehrung bittet, bei dem aber, 
herabgesetzt". „Trotz dem soll weder der Form noch dem Inhalt 
um mit Carmer's eignen Worten zu sprechen, „leere Lobpreisun¬ 
eine Fessel angelegt werden. Ob man in größeren Abhandlungen, oder 
gen und feine Schmeicheleien ebensowenig Achtung finden, als ein 
in kleineren mehr aphoristischen Bemerkungen sich aussprechen wolle 
ob man die verschiedenen Ansichten philosophisch oder historisch zu 
begründen geneigt sey, wird bei der Aufnahme gleich geachtet wer¬ 
buches erregte auch Fremde. Veränderungen aller Art wurden 
den. Es ist die Mannigfaltigkeit und der frischeste Wechsel grade 
vorgeschlagen, Preisfragen wurden gelöst, das System sowohl 
das Wünschenswerthe. Weitläufigere Auseinandersetzungen sollen 
wie die Einzelheiten, wurden in lebhafter Discussion besprochen. 
durch Critiken über das Geleistete abgelöst, und diese wiederum 
Aus der Ueberarbeitung aller dieser Bemühungen, aus der ge¬ 
durch Vorschläge, die mehr die stylistische Fassung zum Gegenstande 
nausten und redlichsten Berücksichtigung der Einwendungen und 
haben, unterbrochen werden". „Dem Herausgeber haben viele 
Vorschläge ist endlich jenes Preußische Landrecht erwachsen, das 
angesehene Praktiker und Theoretiker ihren Beistand zugesagt 
nicht wenig dazu beitrug, Preußens Ruhm in geistiger Beziehung 
Ohne die Hoffnung auf diesen wäre das Unternehmen ein unmög¬ 
zu begründen". „Seitdem sind in einigen Jahrzehnten mehrere 
liches. Die Wissenschaft der Gesetzgebung ist noch von heute; sie 
Jahrhunderte verstrichen. Der ungeheure Reichthum der aufeinan 
bedarf mehrseitiger Anregung, des Kampfes der Meinungen, und 
der folgenden Thatsachen hat auch die Gesetzgebung angeschwellt; 
einer entschiedenen Oeffentlichkeit". „Indem somit der Unterzeich¬ 
denn diese ist Nichts als das Sach Register der Geschichte. Man 
nete allen Freunden der Wissenschaft und des Fortschrittes der Ge¬ 
hat das Landrecht für diese Anhäufung verantwortlich machen 
setzgebung eine Tribüne eröffnet, auf der sie ihre Stimme hören 
wollen, als wenn in seinen Mängeln die Fülle der folgenden Zeit 
lassen können, muß schließlich hinzugefügt werden, daß neben stren¬ 
gelegen hätte, oder als ob in vielfachen Novellen nicht vielmehr ein 
ger Wahrheitsliebe Bescheidenheit in Form und Abfassung das erste 
Lob, als ein Tadel begründet wäre, vorausgesetzt, daß sie der 
Gesetz der Unternehmung ist. Die Wissenschaft bedarf jener Petu¬ 
Fortschritten des Lebens ihre Entstehung zu verdanken haben. Eine 
lanz nicht, an der oft die unmittelbare Absicht des Einwirkens 
reiche Zeit spricht sich in vielen Gesetzen aus, während eine dürf¬ 
leider". 
tige an den überkommenen genug hat". „Die gesetzgeberische Thä¬ 
Göttingen, in der Expedition der allgemeinen juristischen Zeitung. 
Vorage 
Soen 
Max-Planck-Institut für
	        
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