Full text: Allgemeine juristische Zeitung (Jg. 3 (1830))

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ben." Alle Inländer, die auf der Universität aufgenommen 
Buch eingetragen werden. Bei Kräften bleiben übrigens die 
seyn wollen, müssen, selbst wenn sie nicht auf einer öffent¬ 
absolut privilegirten Forderungen und das RetentionsRecht 
lichen Schule unterrichtet wurden, ein Maturitätseramen 
der Verpachter und Vermiether. Der Termin der Gesetzes¬ 
kraft dieses Mandats ist der 31. October 1829. 
bestehen und ein darauf gegründetes, bestimmtes Zeugniß 
der Tüchtigkeit und Reife zur Academie mitbringen. Dies 
C. In Verbindung hiermit steht das Maudat, einige 
Eramen hat jeder auf dem Gymnasium, wo er innerhalb 
Bestimmungen über die Pfandrechte an unbe¬ 
des letzten Jahres vor der Anmeldung zur Prüfung unter¬ 
weglichen Sachen enthaltend, v. 4. Juni 1829. (G. 
richtet ward, zu bestehen. Von Ausländern, die auf einer 
S. v. d. J. St. 14. Nr. 27. S. 112.) Hier stellt sogleich 
inländischen Schule waren, gelten dieselben Grundsätze. Nur 
§. 1. den merkwürdigen Satz auf gegen das frühere Sächs. 
die nicht auf öffentlichen Schulen Unterrichteten haben die 
Recht: Die Verpfändung der Allodialimmobilien wird ohne 
Wahl. Bemerkenswerth ist nun noch, daß jene Prüfungen 
Rücksicht auf den Betrag der Forderungen gestattet, und 
der Abiturienten unter Zuziehung der SchulInspectionen zu 
die Sache blos den Betheiligten anheimgestellt; es ist daher 
veranstalten und besonders auch auf die Deutsche Sprache 
bei ConsensErtheilungen auf den Werth der Immobilien 
mit zu erstrecken sind, daß ferner jährlich Tabellen über die 
künftig nicht mehr Rücksicht zu nehmen. Doch behalten 
Abiturienten von den SchulInspectionen den höchsten geistlichen 
z. B. Vormünder dabei ihre Pflicht Vorsicht zu üben. 
Behörden überreicht werden sollen, und daß Inländer, selbst 
Lehnsbesitzer sollen auch ohne Consens ein Pfandrecht an 
wenn sie bereits auf einer auswärtigen Universität waren, 
dem Lehen einzuräumen befugt seyn, wenn nur die Erklä¬ 
nicht ohne jenes Zeugniß der Reife zur Inscription auf der 
rung des Schuldners in das Lehnsbuch eingetragen ist. Doch 
LandesUniversität zu lassen sind. 
können diese Pfandrechte weder den Lehnsherrn und die 
Eine höchst interessante und dem Wohl der Universität 
Mitbelehnten, noch die Lehnsgläubiger und deren Hypothe¬ 
in der Folgezeit gewiß sehr ersprießliche Verfügung ist die 
ken beeinträchtigen, auch verhelfen sie nicht zur Subhasta¬ 
erst vor wenigen Wochen bekanntgemachte, daß endlich das 
tion des verpfändeten Grundstücks. Die Erklärung: man 
Nationenwesen, jenes vermoderte Gerippe vom J. 1409., 
wolle die Hülfe für vollstreckt annehnien, soll künftig ein 
auf der Universität Leipzig gänzlich wegfallen, an die 
Pfandrecht durchaus nicht mehr begründen.! 
Stelle der mancherlei complicirten Collegia ein academischer 
Ein in unsrer Zeit besonders beachtungswerthes Gesetz 
Senat, aus allen ord. Professoren bestehend, treten, der 
ist das Mandat, die Vorbereitung junger Leute 
Unterschied zwischen Professoren alter und neuer Stiftung 
zur Universität betr. vom 4. Juni 1829. (G. S. v. 
(von denen nur die ersteren zur RectorWahl gelangen konn¬ 
d. J. St. 17. Nr. 31. S. 121.) Hiernach sollen Knaben, 
ten,) aufhören, und der jedesmalige Rector ein ganzes 
welche nur geringe Geistesgaben besitzen, durch Aeltern und 
Jahr hindurch Amt und Würde behalten solle. 
Vormünder in Zeiten vom Studiren abgehalten und einem 
Sachsen, im Februar 1830. 
D. St. 
angemessneren Berufe übergeben werden. Sie sollen hiebei 
u 
an die jedem Stande gebührende gleiche Achtung und daran 
Mnli 
erinnert werden, daß nur Fähigkeiten und ausdanernder 
Ueber die Verschollenheits- und Todeserklä¬ 
Fleiß zu einer Anstellung im Staate Zugang verschaffen 
rungen der aus den Feldzügen in Spanien und 
können. Besonders haben auch die Rectoren der gelehrten 
Rußland, nicht zurückgekehrten Unterthanen, 
Schulen unfähige Subjecte vom Studiren zurückzuweisen, 
3 und die Vertheilung ihres Nachlaßes. 
mit der Verwarnung, daß sienauf Stipendien und andre 
Beneficien im Staate keinen Anspruch machen dürfen; dies 
Hierüber enthält das KurHessische Particular- und Pri¬ 
ist namentlich bei den Schulversetzungen, woran auch die 
SchulInspectoren Theil nehmen sollen, zu beherzigen. Die 
vatRecht eine singulaire Verordnung vom 5. Juli 1816, 
welche für das Wohl vieler Familien trefflich influenzirende 
sich den Wissenschaften Widmenden sind frühzeitig zum 
Selbstdenken zu gewöhnen, übrigens „ernstlich daran zu 
Bestimmungen enthält. Dem ungeachtet lassen sich einige 
erinnern, daß nur Geschicklichkeit und Fleiß, keinesweges 
Punkte entdecken, worüber eine Verschiedenheit der rechtlichen 
aber Vorzüge der Geburt und des Standes der Aeltern, oder 
Ansichten bei den Gerichten des Inlandes sich bereits 
herausgestellt hat, wie dies dem Einsender aus eigner Ge¬ 
Reichthum besondre Ansprüche auf künftige Anstellung ge¬ 
Staatsbibliot 
Max-Planck-Institut für
	        
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