Full text: Annalen der deutschen und ausländischen Criminal-Rechts-Pflege ([3.F.] Bd. 4 = Jg. 1838, Bd. 1 (1838))

Prolegomena zu jedem Strafgesetzbuche. 
Vom Hofrath Professor Dr. Heinroth in Leipzig. 
§. 1. Der Mensch als Person. 
Der Mensch, in welchem sich der Charakter der Mensch¬ 
heit, Vernunft und Wille, entwickelt hat, ist durch sein 
Bewußtsein genöthiget, die andern Menschen als seines 
Gleichen anzuerkennen. Zwar kann er bei der Behand¬ 
lung Anderer dieses Bewußtsein aus den Augen lassen; 
aber er kann es nicht vertilgen: es ist ihm eingeboren. 
Dieses Bewußtsein gegenseitiger Gleichheit wird zu einer 
Quelle von Entwickelungen, welche für das Leben und 
die Verhältnisse der Menschen von der höchsten Bedeu¬ 
tung sind. Nämlich zunächst wird der Mensch durch 
sein Bewußtsein aufgefordert, diese Gleichheit, weil sie 
etwas Ursprüngliches ist, auch für etwas Unverletzliches 
anzuerkennen, und sie im Verkehr mit Andern als sol¬ 
ches zu achten, oder was dasselbe ist: gegen Andre zu 
verfahren wie gegen sich selbst; was nur geschehen kann, 
indem er jener Anforderung seinen Willen unterwirft. 
Ein solches Verfahren nach dem Princip der Gleichheit 
F. A. f. d. u. a. C. R. IV. 1. 
Voage 
Staatsbibliothel 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlin
	        
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