Full text: Archiv des preußischen Rechts (Bd. 3 = St. 4 (1800))

auch ein solcher darunter zu verstehen sey, welcher 
unerlaubte Verständnisse zwischen Personen 
beyderley Geschlechts, ohne daß dieselben eben ganz 
unschuldig seyn dürfen, dergestallt begünstigt, daß 
er ihnen in seiner Wohnung Gelegenheit verschafft, 
oder sonst dazu behülflich ist, unzüchtige Hand¬ 
lungen vorzunehmen. Nur muß die Weibsperson 
keine feile Dirne seyn, die der Kuppler entweder 
selbst hält, oder in seiner Wohnung den Mannesperso¬ 
nen zuführt; weil dieses alsdenn schon in verbothene 
Hurenwirthschaft übergeht, welche das Landrecht 
von der Kuppeley unterscheidet und, §. 1001., mit 
besondern Strafen belegt. 
Was hiernächst die auf die Kuppeley in dem 
Landrecht bestimmte Strafe, von sechsmonatlicher 
bis zweyjähriger Zuchthaus- oder anderer Straf¬ 
barkeit, betrifft; so finden wir dieselbe gar nicht 
zu hart. Denn wenn wir auch nicht annehmen können, 
daß die Kuppeley, wobey, nach unserer Ausführung, 
keine für Geld feile Dirnen im Spiel sind, 
der Gesundheit eben so gefährlich und noch gefähr¬ 
licher sey, als eine Winkelhurenwirthschaft; so ist sie 
doch der Moralität insofern nachtheiliger, als inson¬ 
derheit Frauenpersonen, die das Schaamgefühl 
zurückhält, sich zu gemeinen Huren herabzusetzen, 
dazu Gelegenheit erhalten im Verborgenen Unzucht 
zu treiben. Uebrigens giebt die Abstuffung der Strafen, 
von 6 Monaten bis zu 2 Jahren, dem Richter Gele= 
genheit, auch die Verführung einer unschuldigen 
Frauenperson nach Verdienst zu bestrafen, und sie 
Max-Planck-Institut für 
DFG 
europäische Rechtsgeschichte
	        
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