Full text: Juristisches Magazin für die deutschen Reichsstädte (Bändchen 6 (1797))

I. Von dem Befestigungsrecht 
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Nach dem Völkerrechte steht es jedem Herrn 
frei, in seinem Lande sich dieses Rechts ohne alle 
Einschränkung zu bedienen, es wäre denn unter 
Nachbarn durch Verträge etwas anders herge¬ 
bracht. 
Nicht die nämliche Beschaffenheit hat es hie¬ 
mit in Deutschland; denn anders ist es, wenn 
zur gemeinen Sicherheit des Reichs, anders, wenn 
von einzelnen Ständen zu ihrer besondern Sicher= 
heit Festungen errichtet werden. In jenem Falle 
ist der Festungsbau die Sache des ganzen Reichs, 
und hiezu die Einwilligung der Stände nach Vor¬ 
schrift des Westphälischen Friedens Art. 8. §. 2. 
vonnöthen. Im leztern Falle steht alles dem 
Landesherrn allein zu, nach Innhalt der Wahl¬ 
kapitulation §. IV.: „Jedoch sollen und wollen 
„wir weder in wehrendem solchem Reichskrieg, 
„noch auch sonsten in deren Churfürsten, Fürsten 
„ und Ständen Landen und Gebiet keine Bestun¬ 
„gen von neuem anlegen oder bauen, noch auch 
„zerfallene oder alte wiederum erneuern, vielwe¬ 
„niger andern solches gestatten oder zulassen, im¬ 
„massen dieses allein die Landesherren nach de¬ 
„nen Reichssazungen in ihren territoriis zu thun 
„befugt und berechtiget sind." Da die Reichs¬ 
stände das jus belli, das Recht, Krieg zu füh= 
ren, haben, so haben sie auch das Recht, sich 
zu befestigen. 
Doch darf im Gebrauch dieses Rechts einge¬ 
gangenen Verträgen und ältern kaiserlichen Pri¬ 
oile= 
— 
Phlps Undversität 
Marburg 
DFG 
europäische Rechtsgeschichte
	        
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