Full text: Juristisches Magazin für die deutschen Reichsstädte (Bändchen 6 (1797))

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unter Preussen. 
Preussische und Russische Erblande, nach erfolgter 
Theilung auch in das ehemalige Polen verboten 
sehen, und so ihrem Untergang entgegenrüken. 
Nichts desto weniger blieben die Reichs- und 
Kreissteuern der Stadt, die Steuern von Bürgern 
und Unterthanen nahmen dagegen ab, und die 
Stadt mußte anfangen, Schulden zu machen, 
welche sich von Jahren zu Jahren vermehrten. 
Die entstandenen Reichskriege forderten den äus¬ 
fersten Aufwand der Kräfte. Nur vom Jahr 
1701 bis 1714 erwuchs dadurch für Nürnberg 
eine ausserordentliche Ausgabe von 6,250,934 
Gulden 14 1/2 Kreuzer. Der leidige dreißigjäh= 
rige Krieg gab mit dem Westphälischen Frieden 
dem Landeshoheitssystem eine höhere Ausdehnung. 
Die unmächtigen mit mächtigern Nachbarn um¬ 
gebenen Reichsstände unterlagen den Folgerungen, 
welche diese daraus herleiteten. Uebergewicht an 
Macht entzog der Stadt Nürnberg ein Recht 
um das andere, und damit bald diesen bald je¬ 
nen Theil ihrer Einkünfte. Die daraus entstan¬ 
denen Prozesse erregten Erbitterung, rissen schwe¬ 
re Geldsummen nach Wien und Wezlar, mach= 
ten eine Vermehrung der Staatsdiener nöthig; 
aber die Stadt mußte sich glüklich schäzen, wenn 
unter zehen nach einem Verlauf von vielen Jah¬ 
ren zu ihrem Vortheil ergangenen Erkenntnissen 
nur eines von den mächtigen Gegentheilen in der 
Maase befolgt wurde, daß das der Stadt entzo¬ 
gene Recht ohne Ersaz des erlittenen Schadens 
nun 
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— 
Universität 
Marburg 
DFC 
europäische Rechtsgeschichte
	        
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