Full text: Beyträge zur juristischen Biographie, oder genauere litterärische und critische Nachrichten von dem Leben und den Schriften verstorbener Rechtsgelehrten auch Staatsmänner, welche sich in Europa berühmt gemacht haben (Bd. 4, St. 2 (1778))

192 XVII. Magnus von Wedderkop. 
hinterlassenen minderjährigen Prinzen, Carl Friedrichen, 
Administrator des Herzogthums Holstein Gottorf wurde 
Denn beyden, ihm und Wedderkopen, trug die Schwe¬ 
dische Regierung auf, daß sie die vornehmsten Landesge¬ 
schäfte verwalten moͤchten. Dieser bekam auch 1706. 
die bestaͤndige Curatel der Kielischen Universität, worauf 
er im Anfange des folgenden Jahres mit Beyhuͤlfe des 
ihm zugeordneten Generalsuperintendentens Muhlius, sei¬ 
nes Schwagers, ein Reglement und Verordnung, wie 
es künftig allda sollte gehalten werden, durch den Druck 
bekannt machen ließ. 
Einzeln wird man diese Schrift 
jetzo nicht leicht finden. Sie stehet aber eingedruckt in 
des gedachten Muhlius Dissert. histor. theolog (Kilon. 
1715. in 4.) S. 257. — 272. 
Mittlerweile hatte der Freyherr von Schlißz, genannt 
von Goertz, ein geschickter und unternehmender Mann, 
welcher zuerst Cammerjunker war, sich ebenfalls einen 
Platz im geheimen Rathe zuwege gebracht. Die unter¬ 
scheidende Gunst, worinn er bey der verwittweten Herze¬ 
gin stand, reitzte ihn zu Versuchen, deren Zweck nur die¬ 
ser gewesen zu seyn scheint, daß er das Ruder allein fuͤh¬ 
ren koͤnnte. Wenigstens bemuͤhete er sich, Wedderko¬ 
pen, und dessen Schwager, den geheimen Rath, Joh. 
Ludew. Pincier, Baron Konigstein, vom Hofe zu ver¬ 
draͤngen. Anfangs wollte der Plan nicht gelingen, weil 
die Herzogin gegen die Raͤthe ihres verstorbenen Gemahls 
zu viel Achtung bezeigte. Nachdem sie sich aber mit ih¬ 
rem Prinzen nach Stockholm begeben hatte, wußte Goertz 
den Administrator von Tage zu Tage mehr zu gewinnen. 
Dabey konnte es nun nicht fehlen, daß zwischen ihm und 
Wedderkopen nicht mancherley Mishelligkeiten haͤtten 
entstehen sollen. Diese brachen im Jahre 1708. öffent¬ 
lich aus. Goertz warf ihm unter andern vor, er habe 
sein großes Vermögen, welches sich, außer vier einträg¬ 
lichen 
— 
Max-Planck-Institut für 
europäische Rechtsgeschichte
	        
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