Full text: Beyträge zur juristischen Biographie, oder genauere litterärische und critische Nachrichten von dem Leben und den Schriften verstorbener Rechtsgelehrten auch Staatsmänner, welche sich in Europa berühmt gemacht haben (Bd. 5, St. 1 (1779))

l. Johann Thomä. 
1679. Diejenigen, welche von ihm einige Nachricht 
ertheilt haben, sagen zu seinem Ruhme, daß er ein Meii¬ 
ster in der Kunst gewesen sey, die verworrensten Staats¬ 
sachen aus einander zu wickeln, und dabey eine vortreff¬ 
liche Klugheit mit mannichfaltigen Kenntnissen zu verbin¬ 
den, besonders zu der Zeit, da die Altenburgische Linie 
ausgestorben, und zwischen den Häusern Gotha und 
Weimar der Succeßion wegen Uneinigkeit entstanden 
wae. Außer der Rechtswissenschaft, welcher er sich frey¬ 
lich am meisten gewidmet hatte, machte ihn auch seine 
Er durfte 
Staͤrke in der Theologie verehrungswuͤrdig. 
kein Bedenken tragen, unter die gruͤndlichsten Gottesge¬ 
lehrten unserer Kirche zu treten. 
Nun noch etwas von seinen häuslichen Umständen. 
In einer doppelten Ehe sind ihm verschiedene Kinder ge¬ 
bohren worden. Aus der ersten, die er mit der einzigen 
Tochter des Reichshofraths, Joh. Phil. von Bohn, einge= 
gangen war, sah er zwo Töchter. Die aͤlteste waͤhlte der 
Sächsische Hofrath, Joh. Casp. Hendrich, die jüngste aber 
der geheime Rath, JJoh. Friedrich Bachov, zur Ge= 
mahlin. Nach dem Tode seiner Geliebten verband sich 
Thomå mit der Wittwe Paul Hornigks, eines Sach= 
sen=Naumburgischen Raths und Gesandten auf dem 
Reichstage zu Regensburg. Durch diese ward er ein Va¬ 
ter zweener Sohne; doch uͤberlebte ihn nur der juͤngste, 
Johann Adam. Seinen Kindern hinterließ er zwey 
Ritterguͤther, Nauendorf *) und Frauenfels, der gelehr¬ 
ten 
A 3 
*) Dieses eröffnete Lehn bekam er vom Weimarischen Hofe. 
Aus Dankbarkeit dafür schenkte er zur Erbauung 
der Kirche zu Bobeck, unweit Bürgel, im Jahr 1668 
ein Hundert sieben und sechzig alte Schock, deren je¬ 
des zu 20 gc. gerechnet wird. Von Gleichensteins hi- 
stor. Beschreib. von Bürgel, S. 88. 
Vorlage: 
Max-Planck-Institut für 
europäische Rechtsgeschicht
	        
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