Full text: Juristisch-mathematisches Magazin (H. 1 (1798))

Polak beantwortet diesen Einwurf fol= | | 
ender Maßen: 
„Es wäre an dem, wenn wir den Ju= 
„risten bloß und für sich selbst betrachten, so 
„gehöret für ihn nichts mehr, als die bloße 
„Erkenntniß der Gesetze. Allein da der Zu= 
„stand unserer Republik und die allgemeine 
„Einrichtung gleichwohl so beschaffen ist, daß, 
„wenn man einen nennet, von dem es heißt, 
„er habe Jura studiret, so prätendirt man 
„auch, er müsse zu einem Bau-Kriegs= und 
„Domainen=Rath, und zu allen Commissionen 
„gebraucht werden können. Jst es nicht so, 
„wenn beym Rathhause eine Besichtigung von 
„streitigen Mauern, Grenzen, und dergleichen 
„zu verordnen; so delegirt man einige Mit= 
„glieder des Rathes dazu. Was sind aber 
„dieses in den vornehmsten Städten für 
„Leute? Resp. Juristen; man nehme nun 
„an, dieser ehrliche Commissarius habe in der 
„Welt Gottes nichts, als seine Leges Pan- 
„dectarum und etwa des Orts Statuta geler= 
„net, wird er wohl mit allen 50 Büchern 
„der Pandekten sagen können, wie eine ge= 
„meine, oder eigene Mauer, und etwa der 
„bey Mühlen verrückte Grundbaum aussehen 
„müsse? Schuster und Schneider kann ich 
„immer haben, die dem Richter in dem Falle 
„sagen 
— 
— 
Bibliothek 
DFG 
europäische Rechtsgeschich 
stoch
	        
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