Full text: Zeitungen für Rechtsgelehrte (1789 (1789))

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get haben und in der Folge noch mehr erlangen wer= 
den: so entheben wir uns der Mühe, hier weitläufti= 
ger davon zu reden. XII. Von dem Rechtsstreit des 
Freiherrn von Moser wider seinen gewesenen Landes= 
herrn, den Landgrafen von Hessen=Darmstadt. Eine 
warme Declamation für den Herrn von Moser und 
gegen das schon durch das Reichshofrahts=Conclusum 
vom 28. Jun. 1787 aufgehobene Verfahren der Gießer 
Commission. XIII. Kammergerichtliche Straf= und 
andere nachdrükliche Urteile wider den Herrn Fürst= 
bischof zu Speier durch Processe über die Rechte der 
Ausbürger veranlast. Der Fürstbischof zu Speier wil 
nicht gestatten, daß seine Bürger, die an einem Orte 
einmal das Bürgerrecht erhalten haben, sich mit des= 
sen Beibehaltung an einem andern Orte seiner Lande 
häuslich niederlassen, und hat desfals verschiedene 
scharfe Cabinetsbefehle ergehen lassen. Aber die Un= 
tertahnen haben sich dagegen ans Reichskammergericht 
gewandt, und die erwehnten scharfen Urteile erwürket. 
Jn dem ersten wird den Heißlerschen Eheleuten, die 
von Mogelsheim nach Langenbrükken gezogen waren, 
und hier ein Wohnhaus angekauft hatten, wegen der 
an der Heißlerschen Frau verübten schimpflichen Be= 
handlung und 5 Tage vor ihrer Entbindung volzoge= 
genen höchstillegalen Transportirung von Langenbrük= 
ken nach Mogelsheim eine Privat=Genugtuhung von 
1000 fl. zuerkant, der Fürst in eine fiscalische Strafe 
von 10 Mark löhtigen Goldes (eine Mark löhtigen 
Goldes wird am Kammergerichte zu 96 rthl. in Golde 
gerechnet) verurteilet, und der von demselben befohlne 
Wiederverkauf des in Langenbrükken angekauften 
Hauses vernichtet. Jn dem dritten wird dem Fürst= 
bischof untersagt, die jura partium betreffende Sachen 
nicht aus seinem Kabinet zu entscheiden, sondern solche 
zu den ordentlichen Gerichten zu verweisen. Es ist 
sonderbar, daß viele geistliche catholische Regierungen 
noch 
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Bibliothek 
europäisch 
geschichte 
Rostod
	        
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