Full text: Magazin der Gesetzgebung, besonders in den königl. preußischen Staaten (Bd. 1 (1781))

Recensionen. 
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dazumal aus Noth geschah, ist nicht als eine Regel der 
Zukunft anzusehen. 
Gleichwohl haben wir das Gesetzbuch der Römer 
noch und sind Deutsche, und gebrauchen diese monströse 
Kompilation juristischer Lappen als Gesetzbuch. Dieß 
sieht man fast allenthalben ein, aber noch kein einziger 
deutscher Staat hat ein vollständiges auf seine Verfas= 
sung sich gründendes Gesetzbuch eingefüͤhrt. Man hat 
geglaubt, daß es sehr schwer seyn würde, ein eben so voll¬ 
ständiges Gesetzbuch zu entwerfen, als das römische ist, 
und daß man dadurch eine gar zu große Revolution an¬ 
richten würde. Allein diese Schwierigkeiten haben nichts 
zu bedeuten, sobald nur die Veraͤnderung selbst üͤberwie¬ 
gend gut ist, und die Schwierigkeiten nicht unübersteig¬ 
lich sind. Ganz recht hat der Verfasser, wenn er in dem 
ersten angegebenen Hindernisse nichts weiter als eine wis¬ 
senschaftliche Aufgabe, deren Beantwortung und Auflö= 
sung nichts weniger als unsere Krafte üͤbersteigt, und in 
der zweyten einen bloßen leeren Einwand findet, der es 
zwar sehr begreiflich macht, wie eine solche Veränderung 
Widersprüche und wenig Unterstützung finden könne, der 
aber vor dem unbestochenen Richterstuhl der Vernunft 
unmöglich als wirkliches Hinderniß gelten kann. Der 
Herr Verf. giebt zu, daß, ein vollständiges Gesetzbuch zu 
entwerfen, welches das roͤmische entbehrlich macht, nicht 
eines jeden Juristen Sache sey, und gesteht auch gerne, 
daß der größte Theil von ihnen dazu unfähig ist. Denn 
leider! gehört zu diesem Geschäfte ein sehr philosophischer 
Kopf, und eine nicht geringe Stärke in der deutschen 
Sprache; zwey Dinge, die unter den Rechtsgelehrten 
eben nicht sehr gemein sind. Wenn man aber einmal 
solche 
Volage: 
Max-Planck-Institut für 
europäische Rechtsgescl
	        
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