Full text: Magazin der Gesetzgebung, besonders in den königl. preußischen Staaten (Bd. 1 (1781))

Recensionen. 
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Fall die Beweise beygebracht, worauf man sich sicher 
gründen kann. Diese zerstreute Rechtsgewohnheiten 
waren bis jetzt nicht gesammlet, und mancher Richter 
wußte sie also nicht, sondern mußte sich von der Parthey 
solche bescheinigen lassen. Der H. V. ist aber dabey 
nicht stehen geblieben, er hat bey den Erbgesetzen immer 
mit angegeben, was aus römischen, saͤchsischen und ka¬ 
nonischen Rechten uͤbertragen ist, und man sieht, daß das 
letzte den kleinsten Theil ausmache. Dieß ist ein Wink 
für die Kompilatoren der statutarischen Rechte. Sie 
müssen nämlich wissen, was zum gemeinen Recht gehoͤrt, 
Die Sache kann 
und was würklich juris statutarii ist. 
dem wohl nicht schwer seyn, der das röͤmische Recht aus 
den Gesetzen selbst, und nicht bloß von den Compendien¬ 
schreibern, gelernt hat. Diesen letztern ist kein besserer 
Rath zu geben, als daß sie ein Compendium, etwan 
Westenbergs Comp. Dig., zur Hand nehmen, und das 
für statutarisches Recht erklaͤren, wovon dieser schweigt. 
Herr Dir. Diez hat es ihnen durch seine Ausführung 
deutlich genug zu verstehen gegeben, was statutarisches 
Recht ist, und es ist zu wünschen, daß sie Verläͤugnung 
ihrer selbst genug haben, ihm zu folgen. Uebrigens 
würde man dem Werke Unrecht thun, wenn man seinen 
Nutzen bloß auf das Herzogthum Magdeburg einschrän= 
ken wollte: denn da das Recht in Deutschland so ver= 
mischt ist, daß fast aller Orten römisches, deutsches 
kanonisches und sächsisches Recht durch einander gilt, so 
ist es für ganz Deutschland geschrieben, ob es gleich zu¬ 
nächst Magdeburg betrifft. Wer die Geschichte des 
magdeburgschenn Rechts mit Aufmerksamkeit durchlie¬ 
Endlich 
set, wird sich um so mehr davon überzeugen. 
aber 
— 
Vorlage: 
Max-Planck-institut für 
europäische Rechtsgeschichte
	        
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